Sie haben es zwei Jahre lang selbst gebaut, mit vier Händen. Unter dem Kennzeichen steht ein Wort in schwarzem Filzstift, in der Handschrift des Sohnes: Alain & Beat.
Im Sommer 2007 startet Beat W. Meier in Triengen und fliegt mit seinem vierzehnjährigen Alain nach Afrika, in einem Ultraleichtflugzeug, das kleiner ist als manches Auto. Über die Sahara. Über das Rote Meer, bei Nacht, im Überlebensanzug. Ein Mayday über Jizan. Fünf Tage festgehalten in einer Crewlounge in Jeddah, weil ein Beamter das Wort Co-Pilot nicht gelten lässt. Eine Löwin, drei Meter entfernt. Und eine Nacht auf der Salzpfanne, in der ein Vierzehnjähriger seinem Vater in wenigen Sätzen erklärt, wie die Welt zusammenhängt.
Fast vierzig Jahre zuvor war dieser Vater selbst vierzehn und fuhr mit seinem eigenen Vater über drei Pässe: der Alte auf dem Velosolex, der Junge daneben auf dem Velo. Auf dem Susten fiel ein Satz, den er nie vergessen hat.
Sechs Wochen nach dem Start liegt die Maschine mit gebrochenem Flügel auf der Schotterpiste von Opuwo.
Sieben Jahre danach ist Alain einundzwanzig. Sein Vater ist es, der ihn findet. Was bleibt, sind hundert Stunden nebeneinander im Cockpit - und ein Buch, das dem Sohn die Stimme leiht, die fehlt.
Am Ende steht kein Trost, sondern eine Warnung, die ein Vater lieber nicht hätte schreiben müssen.
Nüchtern erzählt. Zärtlich. Ohne eine einzige Anklage - und genau darum unerbittlich.
Beat W. Meier, geboren 1955, wuchs in Bern auf. Nach dem Studium der Elektrotechnik und Informatik begann er seine Laufbahn als technisch-wissenschaftlicher Assistent in der Rüstungsbeschaffung. Danach wurde er Unternehmer, und er blieb es: mehrere Firmen der Sicherheitstechnik hat er aufgebaut und wieder verkauft.
Die Firma, die in diesem Buch vorkommt, hatte ihren Sitz in Rotkreuz und ihre Entwicklung in Friedrichshafen.
Er war Offizier der Gebirgsgrenadiere, deren Ausbildung in Isone als eine der härtesten der Schweizer Armee gilt. Er ist Tauchlehrer. Als Pilot hat er einmotorige Maschinen über den Atlantik nach Europa überführt und in Nächten über Grönland gelernt, was in keinem Lehrbuch steht: dass der eigene Gleichgewichtssinn lügt, sobald der Horizont fehlt. Das Flugzeug, mit dem er 2007 nach Afrika flog, hatte er zwei Jahre lang mit seinem Sohn ausgebaut.
Zuvor erschien von ihm «Milliarden im Nebel», eine Bilanz aus sechs Jahrzehnten Schweizer Rüstungsbeschaffung. «Zwischen Sternen, Staub und Tod» ist sein erstes erzählendes Buch.
Beat W. Meier ist Vater von vier Kindern und lebt am Zugersee.
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