"Was, wenn er fiele?" ist ein literarischer Prosazyklus in vier Szenen.
Im Mittelpunkt steht der Prinzipal: ein Mann im Anzug, mit Krawatte, Restwürde und Alkohol im Blut. Er bewegt sich durch Bars, Spiegel, Straßen, Erinnerungen und eine begehbare Gruft. Immer wieder versucht er, Haltung zu bewahren, während innen alles zerfällt.
Er kniet vor der Kloschüssel wie vor einem Altar. Er sieht sein Leben als Film, in dem er Zuschauer bleibt. Er deckt einem schlafenden Kind die Füße zu und weiß doch, dass seine Zartheit nicht ausreicht. Eine tote Katze wird zum Zeichen, eine Frau zur Erinnerung, eine Grabkammer zur inneren Bühne. Dort treten die Ungebetenen auf: alte Bilder, Stimmen, Scham, verlorene Liebe und die Splitter einer Kindheit.
Die vier Prosastücke erzählen nicht linear, sondern in verdichteten Szenen, Fragmenten und Bildern. Alkohol erscheint als Gift, Trost, Liturgie und Selbsttäuschung. Spiegel, Feuer, Dunkelheit und Licht werden zu Zeichen einer Suche nach Erkenntnis. Der Prinzipal ist Täter, Opfer und Zuschauer zugleich - ein Mensch, der nicht weiß, ob er noch fällt oder bereits verschwunden ist.
"Was, wenn er fiele?" ist ein schmales, dunkles Buch über Schuld, Erinnerung, Selbstbetrug und den Versuch, im eigenen Verschwinden noch aufrecht zu bleiben.
Hieronymus lebte sechzehn Jahre im Ausland, in Russland, Libyen und Ungarn. Heute lebt und schreibt er in Deutschland. Seine Texte kreisen um Menschen am Rand, um Absturz, Rausch, Schuld und die Frage, was bleibt, wenn Halt und Ordnung zerfallen.
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