"Man muss sich anstrengen, damit die Krankheit einem nicht vertraut wird." (Erasmus von Rotterdam, 1469 bis 1536). Das könnte auch auf gesellschaftliche Funktionsstörungen, Verbiegungen und politische Pathologien zutreffen. Entwicklungen, die Unsinn exprimieren, bösartiges Potential bergen oder längst als unkontrollierter Wildwuchs in Erscheinung treten, bedürfen präziser Diagnostik und einer gezielten Therapie. Pathologien, für die das sympathische "schaun mer mal, dann sehn mer scho" (F.B.) nicht infrage kommt. Politisch, gesellschaftlich, individuell. So ein "unsachliches Sachbuch" beinhaltet weder präzise Diagnostik noch substantielle Therapie; entsprechend wird auch dieser Titel (Unverbindliche Störungen) nicht zwangsläufig zu einem Lieferservice für eigene Gedanken. Und doch transportiert er Spitzes und Zugespitztes, Geschichten und Geschehnisse. Auch aus der Sicht eines Filigranpolterers, kopfschüttelnd, mit Köpfchen -bisweilen-, auch. Und mit der Gewissheit, dass wir "den Sand nicht in den Kopf stecken" (L.M.) sollten. Unter diesem Sand aber gilt es, die Schicht zu ergründen, die Tiefsinnigeres enthält.
Professor für Innere Medizin, - früher. Inzwischen im Ruhestand und Autor von zehn "unsachlichen Sachbüchern" seit "Aeskulaps Rhapsodie" (2016) seziert Bernhard Lembcke mit seinem elften Buch "Unverbindliche Störungen" gesellschaftliche, sprachliche, zwischenmenschliche und politische Schräglagen. Augenzwinkernd, satirisch, melancholisch und in großen Teilen bitter ernst.
Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.