Demokratie ist mehr als Wahlen. Doch was geschieht, wenn politische Entscheidungen immer komplexer werden, gesellschaftliche Erfahrung im politischen Betrieb zu wenig Gewicht erhält und wissenschaftliche Erkenntnis zwar angehört, aber folgenlos beiseitegelegt werden kann?
"Demokratie 2.0" untersucht die Schwächen der bestehenden repräsentativen Ordnung und entwickelt daraus einen konkreten Vorschlag für eine andere Verteilung politischer Macht. Gewählte Vertreter bleiben ein tragender Bestandteil. Hinzu kommen ausgeloste Bürger sowie fachlich qualifizierte Menschen aus Wissenschaft und Praxis. Keine dieser drei Säulen soll allein entscheiden. Sie sollen einander ergänzen, begrenzen und politische Entscheidungen stärker an gesellschaftlicher Erfahrung, überprüfbarem Wissen und tatsächlichen Folgen messen.
Das Buch entwirft keine politische Utopie und verspricht keine perfekte Ordnung. Es fragt, wie demokratische Institutionen lernfähiger, transparenter und korrigierbarer werden können, wie Macht auf Zeit vergeben und wieder entzogen wird und wie politische Verantwortung auch dort sichtbar bleibt, wo Entscheidungen erst Jahre später Folgen zeigen.
"Demokratie 2.0" ist ein Vorschlag zur Weiterentwicklung der repräsentativen Demokratie - nicht gegen Wahlen, Parteien oder Parlamente, sondern für eine breitere Zusammensetzung politischer Entscheidungsmacht. Denn auch das Festhalten am bestehenden Zustand ist kein Nullrisiko.
A. E. Ferch hat die deutsche Politik über Jahrzehnte verfolgt und ihre Folgen in sehr unterschiedlichen Lebens- und Arbeitswelten erlebt. Er arbeitete unter anderem als Reiseleiter, Verkäufer, am Fließband und im Straßenbau, angestellt wie selbständig. Reisen und längere Aufenthalte in verschiedenen Ländern prägten seinen Blick auf politische Regeln, Macht und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute schreibt er über Macht, Sprache und die Frage, wie Demokratie weitergedacht werden kann.
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