Ein Unternehmen ist kein Organigramm. Es ist ein Haus.
Denk an dein eigenes Zuhause. Kein Fenster zeigt in alle Richtungen. Wer nach Süden baut, sieht den Norden nicht mehr. Man kann auch überall Glas einbauen. Dann hat man kein Haus mehr, sondern einen Wintergarten. Der ist im Januar unbewohnbar. Mit den Räumen dahinter ist es dasselbe. Im Wohnzimmer steht der Tisch für Gespräche. Ehrlich geredet wird trotzdem in der Küche. Im Stehen. Auch das hat niemand so geplant.
In einem Unternehmen ist es genauso. Auch dort entscheidet jemand, wohin das große Fenster zeigt. Auf welchen Markt geschaut wird und auf welchen nicht mehr. Welche Ideen von außen hereingelassen werden und welche abprallen. Auch dort gibt es einen Besprechungsraum für den offiziellen Austausch. Die wirklich offenen Worte fallen nebenan an der Kaffeemaschine.
Zwölf Räume, zwölf Fragen, die sich jeder stellen sollte, der Verantwortung trägt. Wohin zeigt bei uns das große Fenster, und was sehen wir deshalb nicht mehr? Welche Situationen und Menschen beeinflusse ich in meinem Arbeitsalltag, ohne es überhaupt zu merken? Wer hat aufgehört, ungefragt etwas beizutragen, und seit wann? Und ist es wirklich beruhigend, wenn Dinge ohne Rückfragen funktionieren?
Dazu vier Werkzeuge für den Alltag und ein Blick auf Menschen, der Monate früher erkennen lässt, wer innerlich schon gegangen ist. Für alle, die Verantwortung tragen und das Gefühl haben, dass die eigentlichen Themen nie in der Tagesordnung stehen.
Tom Giesler wurde mit 24 Jahren Geschäftsführer eines überregionalen Unternehmens mit mehreren Standorten. Nach der Fachhochschulreife im Bereich Wirtschaft absolvierte er eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann und anschließend den Studiengang Business Management mit Schwerpunkt Marketing. Parallel dazu entwickelte und gründete er zwei Startups. Er war Gast in mehreren Podcasts, spricht auf Branchenevents und schreibt über die leisen Dinge, die zwischen Menschen passieren, wenn jemand Verantwortung trägt.
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