Fast vierzig Jahre lang bewahrte Voneide Cabral de Kossack ihre Briefe auf, unberührt auf dem Dachboden. Als sie sie wieder öffnete, fand sie darin die Worte einer fernen Zeit und begann, ihre eigene Geschichte wiederzulesen.
Doch diese Geschichte beginnt viel früher: in der Kindheit im Nordosten Brasiliens, bei der Mutter und ihrem Garten, im Haus, in der Straße und am Fluss, in der Familie und den Menschen, die in der Erinnerung blieben. Und sie folgt den Wegen, die sie später von Recife nach Deutschland führten.
Neben den Erinnerungen stehen die Briefe und die Reflexionen, die sie beim Wiederlesen schrieb: die Frau von heute vor den Worten von damals. Fast vierzig Jahre trennen diese beiden Stimmen. Auf diesen Seiten begegnen sie sich wieder.
Voneide Cabral de Kossack wurde 1956 in Macaparana geboren, einer kleinen Stadt im Landesinneren von Pernambuco, im Nordosten Brasiliens. Von jung an gehörte das Schreiben zu ihrem Leben. Mit siebenundzwanzig Jahren lernte sie ihren zweiten Mann kennen, mit dem sie über viele Jahre einen intensiven Briefwechsel führte, bevor sie Brasilien 1988 endgültig verließ, um zu ihm nach Deutschland zu ziehen.
Dort arbeitete sie über 25 Jahre lang als Gemeindeschwester in der häuslichen Pflege. Daneben schloss sie ein Studium der Theologie (Bachelor) ab. In der Altstadt von Böblingen schuf sie einen kunstvollen Töpfergarten mit weit über hundert Gefäßen aus Terrakotta. Voneide ist Mutter dreier Söhne. Zwischen Erinnerungen und Poesie ist ihr erstes Buch. Mehr noch als ihre Erinnerungen zu bewahren, wollte sie ein wenig von ihrer Poesie weitergeben.
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