Zen ist die größte Lüge aller Zeiten

Zen ist die größte Lüge aller Zeiten

Sprüche eines unbequemen Zen-Meisters - aus dem Japanischen übersetzt von Muho

Kodo Sawaki, Muho , Shusoku Kushiya (Hrsg.)

Spiritualität & Esoterik

Hardcover

236 Seiten

ISBN-13: 9783696358013

Verlag: BoD - Books on Demand

Erscheinungsdatum: 01.09.2026

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Zen-Buddhismus, Meditation, Zazen, Achtsamkeit, Alltagspraxis

Bewertung::
0%
45,00 €

inkl. MwSt. / portofrei

sofort verfügbar

Du schreibst?

Erfüll dir deinen Traum, schreibe deine Geschichte und mach mit BoD ein Buch daraus!

Mehr Infos
Als Kodo Sawaki in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts über das "Theater um dich selbst" sprach, über die "Schminke", mit der wir unser eigenes Gesicht verleugnen, über den Gruppenwahn, der uns glauben lässt, wir hätten noch nicht genug, da meinte er japanische Mönche, die sich selbst zu wichtig nahmen, japanische Vereinsmeier, japanische Bürger im Aufbruch der Nachkriegsjahre. Doch seine Sätze sind heute vielleicht noch aktueller als damals:
"Finde dein eigenes Glück!" "Werde die beste Version deiner selbst!" "Du musst nur an dich glauben!" Die plakative Coaching-Sprache unserer Tage klingt so wohlmeinend und ist doch so erschöpfend. Und dann steht da Sawaki:
"Was du für dich selbst hältst, bist du nicht wirklich. Lass dich nicht an der Nase herumführen!"
Oder, noch trockener:
"Dir geht's mal gut, dir geht's mal schlecht - aber lohnt es sich denn, dich von der Laune des Tages verrückt machen zu lassen?"
Das ist keine spirituelle Lehre. Das ist die Weigerung, am ganzen Geschäft mitzumachen.
Wer sich heute eine Achtsamkeits-App herunterlädt, wer auf einem Wellness-Retreat eine bessere Version von sich selbst sucht, wer Zen für eine Methode hält, die in das eigene Leben eingebaut werden kann wie ein Stehpult ins Homeoffice - der bekommt von Sawaki eine Korrektur:
"Was heutzutage als Religion daherkommt, sind bloß schöne Worte, die zu nichts taugen - leeres Gerede, das heruntergeleiert wird, ohne irgendetwas mit unserem Leben zu tun zu haben."
Sawaki kannte unsere heutige Wellness-Industrie noch nicht. Aber er kannte den Mechanismus, der sie erst möglich macht: das Bedürfnis, das eigene Leben zu einem Projekt zu machen, das man optimieren, vermarkten, vorzeigen kann.
Wir leben in einer Zeit, in der die eigene Identität und die Zugehörigkeit zur jeweils richtigen Seite oft wichtiger geworden sind als das, was Menschen tatsächlich tun und sind. Diese Mentalität entlarvt Sawaki schonungslos: "Im Gruppenwahn hörst du auf zu verstehen, was weiß und was schwarz ist. Und wenn das, was du tust, auch noch so schlecht ist - wenn du es in der Gruppe tust, kommt es dir nicht mehr schlecht vor. Du verlierst dich selbst aus den Augen. Auseinander mit euch! Ich bin ich!" Das ist eine Aufforderung, die heute vielleicht noch befreiender ist als zu Sawakis Zeiten: Du musst nicht in jeden Streit eintreten, in den dich Algorithmen hineinziehen wollen. Du darfst dich entziehen. Du darfst du selbst sein, ohne dafür ein Banner hochhalten zu müssen.
Kodo Sawaki

Kodo Sawaki

Kodo Sawaki (1880-1965) gilt als einer der bedeutendsten Erneuerer des Zen-Buddhismus im 20. Jahrhundert. 1880 in der Präfektur Mie geboren, lief er schon als sechzehnjähriger von zu Hause weg, um Zen-Mönch zu werden. Es folgten lange Jahre der Übung und Wanderschaft. Später begann er Vorträge zu halten und die Praxis der Zen-Meditation sowohl für Laien als auch für Mönche zu lehren.
Er wurde in den 1930er Jahren zum Professor an die angesehene buddhistische Komazawa-Universität berufen, übernahm nach dem Krieg aber gleichzeitig auch Verantwortung für den Antaiji, einen Tempel für die Zazen-Praxis, der damals noch im nördlichen Kyoto gelegen war. Seinen Spitznamen "der Kodo ohne Bleibe" verdiente er sich durch seine pausenlosen Reisen durch ganz Japan, um an jedem Ort Zazen zu lehren. Seine Sprache war alles andere als esoterisch. Sawaki sprach über den Buddhaweg so direkt, wie andere über Essen, Krieg, Geld, Eifersucht oder Müdigkeit sprechen.
Die vorliegenden Texte stammen aus informellen Dharma-Vorträgen und Gesprächen, die Sawaki mit Schülern und Laien führte. Sie zeigen Zen in seiner unmittelbaren, ungeschönten Form - lebendig, widersprüchlich und von entwaffnendem Humor.
Kodo Sawaki starb am 21. Dezember 1965 im Kloster Antaiji.

Nach seinem Tod wurde Kosho Uchiyama zu seinem Nachfolger als Abt von Antaiji. Uchiyama schrieb die Sprüche, die in diesem Buch gesammelt sind, zunächst als Anleitung für seine eigene Praxis nieder. Später beauftrage er seinen Schüler Shusoku Kushiya mit der Herausgabe, die 1986 erstmals erschien. Sawaki hatte auch auf das Zen in Europa großen Einfluss durch seinen Schüler Taisen Deshimaru, der kurz vor seinem Tod ordiniert wurde.

 Muho

Muho

Muho Nölke lebt seit über dreißig Jahren in Japan und praktiziert Zen in der Linie von Kodo Sawaki und Kosho Uchiyama. Er wurde 1968 in Berlin geboren und kam mit 16 Jahren mit Zazen in Kontakt. 1993 wurde er in Antaiji, einem tief in den japanischen Bergen gelegenen Zen-Kloster, zum Mönch ordiniert und 2001 von seinem Lehrer als eigenständigen Zenmeister anerkannt. Er beschloss, als Obdachloser in Osaka zu leben, wo er eine Zengruppe leitete. Nach dem Tod seines Meisters wurde er 2002 zum Abt von Antaiji berufen. 2020 gab er sein Amt als Abt an eine langjährige Schülerin ab und zog mit seiner Familie wieder nach Osaka. Dort leitet er heute eine Meditationsgruppe und meldet sich bei YouTube fast täglich auch auf Deutsch zu Wort. Seine Übersetzungen und Bücher verbinden klassische Zen-Texte mit einem modernen, existenziellen Zugang, der Spiritualität nicht von den Widersprüchen des Alltags trennt.

Diese Übersetzung erschien erstmals 2002 unter dem Titel "An dich" im Angkor-Verlag. Die Neuauflage wurde sprachlich und editorisch von Muho überarbeitet und enthält ein neues Vorwort sowie ein persönliches Nachwort des Übersetzers.

Shusoku Kushiya

Shusoku Kushiya (Hrsg.)

Shusoku Kushiya, 1950 geboren in der Präfektur Niigata, wurde 1969 von Kosho Uchiyama zum Zen-Mönch ordiniert und praktizierte viele Jahre in Antaiji. Nachdem Uchiyama in den Ruhestand getreten war, lebte er in einer kleinen Klause in den Bergen nahe Uchiyamas Tempel, leitete Sesshins und kümmerte sich um seinen Meister, dessen Vorträge er transkribierte und dessen Bücher er herausgab. Inzwischen lebt Kushiya wieder in Niigata und bereist ganz Japan, um eigene Vorträge zu halten.

Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.

Eigene Bewertung schreiben
Bitte melden Sie sich hier an, um eine Rezension abzugeben.

3D-Ansicht des Produktes (beispielhaft auf Grundlage des Einbandes, Verhältnisse und Details variieren)

Hardcover
Hardcover with Rounded BackHardcover with Straight BackHardcover with Jacket