Wolfsbisse. Eine Geschichte, in der Zufälle, Begehren und Schuld auf verhängnisvolle Weise ineinandergreifen. Als Lennart in einem Berliner SM-Club dem Chirurgen Aaron Schächthauser begegnet, scheint sein Glück endlich an Fahrt aufzunehmen. Aber seine neue Bekanntschaft hat eine unerfreulich dunkle Seite. Als der Chirurg plötzlich von der Bildfläche verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint: Eine Entführung, zu der der Entführte freiwillig erscheint. Spuren, die einen Verdächtigen nicht dingfest machen, sondern entlasten. Ein Mord, der so nie begangen wurde. Mittendrin: Lennart Cleyn, der eigentlich nur seine Ruhe haben will. Was ihm nicht gelingt, weil sich ein verschrobener Alter mit Vorahnungen, ein kurioser Therapeut und nicht zuletzt Hauptkommissar Rollbetzky persönlich in sein Leben einmischen. Ausgerechnet Rollbetzky liefert Lennart das entscheidende Alibi und gerät ihm dabei näher, als es für einen Ermittler ratsam wäre und schließlich selbst unter Beschuss. Ein erotischer Kriminalroman über Lust, Schuld und die erstaunliche Frage, wie falsch eine Geschichte sein darf, um am Ende für wahr gehalten zu werden.
Robert Becker, geboren am 3. August 1960 in Kassel, hat wenig übrig für Schubladen. Weder für seine Figuren noch für sich selbst.
Nach einem externen Studium der Sozialarbeit ließ er sich zum systemischen Familientherapeuten ausbilden. Seit 45 Jahren arbeitet er mit großer Leidenschaft in der Jugendhilfe und in eigener Praxis in Frankfurt am Main.
Autodidakt zu sein, versteht Robert Becker eher als Haltung denn als Makel. Er eignet sich an, was ihn interessiert, hinterfragt Gewohntes und geht gern seinen eigenen Weg. Das gilt auch für seine Bücher. Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Verlagen, zuletzt mit dem Konkursbuch Verlag in Tübingen, ist er heute aus Überzeugung Selfpublisher und veröffentlicht seine Romane im eigenen Robeck-Verlag. Je älter er wird, desto wichtiger werden ihm Freiheit und Unabhängigkeit.
Geschrieben hat er schon als Jugendlicher. Heute entstehen vor allem Beziehungsromane und Bücher über Menschen, deren Leben nicht in vorgefertigte Kategorien passt. Seine Figuren dürfen widersprüchlich sein, eigensinnig, verletzlich, komisch, unbequem und manchmal alles gleichzeitig. Denn ein Gedanke zieht sich durch seine Arbeit: Man ist immer mehr, als die Menschen in einem sehen wollen.
Queere Themen nehmen dabei bewusst einen besonderen Raum ein. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche und politische Töne gegenüber Menschen, die nicht in traditionelle Vorstellungen von Leben, Liebe und Identität passen, wieder schärfer werden, ist Haltung für Robert Becker unverzichtbar. Wo Minderheiten ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen werden, genügt es ihm nicht, sich herauszuhalten. Für ihn bedeutet demokratische Überzeugung auch, sich sichtbar auf die Seite von Vielfalt, Selbstbestimmung und gegenseitigem Respekt zu stellen.
Robert Becker ist seit 1982 verheiratet, Vater zweier erwachsener Töchter und Großvater. Nach Hobbys gefragt, muss er passen. Dafür bleibt zwischen Jugendhilfe, therapeutischer Arbeit, Familie, Verlag und Schreiben schlicht zu wenig Zeit. Umso mehr genießt er die kleinen Dinge: einen ruhigen Sonntag mit seiner Frau, ein gutes Buch und das Bewusstsein, dass ein erfülltes Leben nicht unbedingt ein spektakuläres sein muss.
Ein Pseudonym braucht er inzwischen nicht mehr. Auch wenn eines seiner Bücher »Ich war immer zwei« heißt, ist er heute lieber nur einer: Robert Becker. Denn wie ein Mensch lebt und wen er liebt, darüber entscheidet nur er selbst.
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