Drei Stunden Meeting ohne Entscheidung. Ein Postfach voller E-Mails, die niemand wirklich braucht. Ein Kalender voller Termine - und am Ende die Frage: Wofür war das alles? Während Begriffe wie Burnout, Boreout oder Quiet Quitting die Debatte über moderne Arbeit prägen, beschreibt dieses Buch ein Phänomen, das im Alltag vieler Organisationen längst verbreitet ist: Ghostworking, die Kunst, beschäftigt zu wirken. Zwischen Meetings, Präsentationen, Statusmeldungen und Abstimmungsschleifen hat sich eine eigene Form der Arbeit etabliert. Aktivität wird sichtbar gemacht, Bedeutung erzeugt, Entscheidungen vertagt. Arbeit wird nicht nur erledigt - sie wird inszeniert. Sie kennen das vielleicht: den Kollegen, der mit Notizblock zielstrebig durchs Büro geht - ohne erkennbares Ziel. Die Tastatur, auf der konzentriert getippt wird, obwohl niemand genau weiß, woran. Das Telefonat, das vor allem eines signalisiert: Wichtigkeit. Bürotheater beschreibt die Rituale moderner Wissensarbeit: Meetings, die Bedeutung erzeugen, ohne Entscheidungen zu treffen. Präsentationen, die Klarheit vermeiden. Protokolle, in denen Verantwortung elegant verschwindet. Das Buch zeigt, warum Beschäftigung oft überzeugender wirkt als Produktivität - und warum ganze Organisationen darin erstaunlich effizient werden können. Denn in der modernen Arbeitswelt ist Performance längst nicht mehr nur ein Ergebnis. Sie ist eine Technik. Im Anhang: 40 Ghostworking-Techniken, essenzielle Ghostworking-Mindsets, universell einsetzbare Ghost-Sätze für jede Bürosituation und umfangreiches Glossar des professionellen Büroalltags. Für alle, die im Büro arbeiten, Teams führen oder sich schon einmal gefragt haben, warum so viel Arbeit stattfindet, ohne dass wirklich etwas passiert.
Felix Nordendorf hat mehrere Jahre in unterschiedlichen Organisationen gearbeitet - groß genug für komplexe Abstimmungsprozesse, klein genug, um Entscheidungen weiterzureichen. Er hat Strategierunden moderiert, Alignment-Calls einberufen und Workshops zur Meeting-Kultur organisiert. Letztere haben die Meeting-Kultur nicht verbessert. Er weiß, wie man Sichtbarkeit erzeugt, ohne Ergebnisse zu liefern, Beschäftigung simuliert, ohne einem Ziel zu folgen, und mit Projekttools jongliert, ohne dass Projekte vorankommen. Er kennt den Unterschied zwischen einem vollen Kalender und einer produktiven Woche - und hat lange gebraucht, um ihn ernst zu nehmen. Entscheidend ist, dass er weiß, wie man "Ich nehme das mit" sagt, ohne dass danach etwas passiert. Dieses Buch ist das Ergebnis dieser Erfahrung - und es gehört zu den wenigen Dingen, die er wirklich zu Ende gebracht hat. Ganz ohne Schauspielerei.
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