Wildnispädagogik verspricht Naturverbindung, Ursprünglichkeit und die Rückkehr zu einem indigenen Wissen, das in der Moderne verloren gegangen sei. Doch welches Bild vom indigenen Leben wird dabei tatsächlich vermittelt?
Marc Freukes lebt im Wald - bis heute. Er versuchte, wie ein Indigener zu leben, und prüfte sowohl das Handwerk als auch die Ideologie der Wildnispädagogik auf ihre Tragfähigkeit. Dabei zeigte sich die Grenze einer Lebensform, die aus einem anderen kulturellen Kontext stammt.
Was trägt historisch? Was ist pädagogische Konstruktion? Und was bleibt, wenn man die Projektionen beiseitelegt?
Dieses Buch ist keine Abrechnung. Es ist ein Realitätscheck.
Marc Freukes lebt seit 2014 dauerhaft im Wald. Ausgehend von grundlegenden Fragen nach Sinn, Arbeit, Freiheit und Lebensqualität verließ er mit 39 Jahren sein bisheriges Leben und begann, unter einfachen Bedingungen draußen zu leben.
Zuvor war er als Golflehrer tätig, arbeitete unter anderem als Ausbilder für den Golflehrerverband PGA und coachte eine Mannschaft in die erste Bundesliga. Trotz beruflichen Erfolgs stellte er fest, dass das klassische Modell von Karriere, Sicherheit und Wohlstand für ihn nicht tragfähig war.
Was als persönliche Suche begann, entwickelte sich zu einem konsequenten Selbstversuch: ein Leben mit minimalen Mitteln, direkt und unverfälscht. Über viele Jahre hinweg setzte er sich intensiv mit Wildnispädagogik, Naturhandwerk und ursprünglichen Überlebensfertigkeiten auseinander. Dabei durchlief er Ausbildungen, beobachtete die Szene von innen und sammelte praktische Erfahrungen jenseits von Kurskonzepten und Lehrplänen.
Viele der Inhalte, die er dabei kennenlernte, erwiesen sich in der Praxis als unzureichend. Seine Fähigkeiten entwickelte er vor allem durch eigenes Ausprobieren und unmittelbare Erfahrung.
Sein Blick auf die Wildnispädagogik ist geprägt von dieser Doppelperspektive: Teilnehmer und Aussteiger zugleich. Er kennt die Versprechen, die Inhalte und die Realität dahinter.
Heute beschreibt er seine Lebensweise als naturverbundenen Minimalismus. Er lebt nicht abgeschieden, sondern bewusst eigenverantwortlich.
In seinem Buch verbindet er persönliche Erfahrungen mit einer kritischen Analyse der Branche. Sein Ansatz ist direkt, ungeschönt und konsequent aus der Praxis gedacht. Statt Idealisierung geht es ihm um Ehrlichkeit, Klarheit und die Frage, was tatsächlich trägt.
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