In René Sommers unverwechselbarem Erzählstil sind Figuren unentwegt unterwegs. Einzelne Mikrogeschichten fügen sich zu einem poetischen Gesamtbild berührender, engagierter und bisweilen ausgefallen anmutenden Lebenswirklichkeiten. Die Reise beginnt mit einem unmöglichen Schritt: Eine Frau stellt sich auf eine fragile Seifenblase, um der Schwerkraft zu entkommen. In einer Welt, in der die Uhrzeiger stillstehen, entfaltet der Autor seine Kurzgeschichten, die sich den Gesetzen der Chronologie entziehen. Für ihn ist das Außerkrafttreten der Zeit kein Hindernis, sondern die Leinwand für eine zeitlose offene Dramaturgie ohne lineare Abfolge. Auf spielerisch-verspielte Weise erforscht er auch Ursprünge einer verletzlichen, gefährdeten und doch so inspirierenden Umwelt, stellt die Frage nach unserem Platz in der Natur und unserer Verbundenheit neu, lässt auch ein Wesen aus Moos und Rinde aus seinem Versteck hervortreten. Für ihn ist die Wirklichkeit jenseits der Zivilisation von Kreaturen bevölkert, die der Verstand kaum fassen kann. Die Grenzen zwischen Realität und Magie heben sich auf, laden zu einer poetischen Reise ein, in der die Natur ihre eigenen Regeln schreibt, und der Mensch eine Fußnote im floralen Chaos ist. Ist dies ein Fluch, ein Experiment oder eine bizarre Evolution? Die packenden surrealen Geschichten lassen uns den eigenen Garten auch im übertragenen Sinn mit anderen Augen sehen.
René Sommer, geboren 1954 in Rheinfelden, ist Dichter, Schriftsteller und Mitglied des Vereins Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS). Er lebt mit seiner Frau, der Künstlerin Erika Koller im Atelier Waldhaus am Waldrand über Liesberg. Das Werk, zu welchem auch zwei Sachbücher über Kinderträume gehören, ist mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet worden.
artfactory ib-lyric (Hrsg.)
ib-lyric begleitet das literarische Werkschaffen des Autors seit 1997 und editiert kontinuierlich Veröffentlichungen auf diversen Trägermedien.
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