Schlagworte: Vater Sohn Konflikt nach dem Tod, Vaterfigur und Kindheitserinnerung, Memoirartige Gegenwartsprosa, Literarischer Erinnerungsbericht Familie, Erinnerung als Leerstelle
Es ist eine enttäuschende Erfahrung, wenn sich die Kommunikation mit einem Menschen nach dessen Tod nicht verbessert. Sollte man nicht erwarten, dass es alle Störgeräusche und Hindernisse nicht mehr gäbe? Dass man nun gewissermaßen die Kontrolle besäße über das, worüber gesprochen wird? Hundert Prozent Redeanteil. Keine Widerworte. Nur Themen, die einem selbst wichtig sind.
Dies ist keine Versöhnung. Dies ist eine erfolg-, aber nicht ergebnislose Suche nach dem, was vom Vater übrigblieb. Der mühsame und schmerzhafte Versuch, der Familie einen Sinn zu geben. Anders als in den Charlotte-Geschichten sind Sprache und Thema nicht leicht, sondern schwergängig. Und doch mag am Ende etwas erkennbar werden, das den Versuch verständlich macht, ja vielleicht sogar fruchtbar.
Achim Kinter wurde im "Pott", in Oberhausen geboren. Er war lange Journalist, studierte Literatur und Philosophie, rezensierte Neuerscheinungen und schrieb Porträts von Schriftstellern. Als seine Töchter geboren wurden, begann er für Unternehmen zu arbeiten. Geschrieben hat er auch während dieser Zeit, allerdings Fachbücher über Kommunikation und Management. Heute lebt er mit Frau, Hunden und Hühnern in der Normandie. "Ist das dein Ernst, Charlotte?" war 2025 seine erste Erzählung, 2026 erschien "Charlotte und das viel zu kurze Leben". Mit der vorliegenden Geschichte kehrt er zurück in seine Kindheit und Jugendjahre. Es ist keine leichte Reise: Auseinandersetzungen mit seinem verstorbenen Vater, die bittere Erkenntnis, dass Erinnerung manchmal aus leeren Bildern besteht. Und doch am Ende eine überraschende Sinnerfahrung, die Mut macht.
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