Er weiß genau, was er getan hat. Er ist eifersüchtig. Er ist stur. Solche Sätze fallen täglich, und sie fühlen sich an wie Beobachtungen. Tatsächlich sind es Deutungen, und manche davon haben Folgen für den Hund.
Dieses Buch prüft, was hinter den geläufigsten Zuschreibungen steckt. In zwanzig Kapiteln geht es um die Fragen, die Halter und Trainer immer wieder stellen: Versteht der Hund Wörter? Erinnert er sich? Weiß er, was er weiß? Hat er ein Ich, kann er warten, empfindet er etwas als ungerecht? Was bedeutet der Schuldblick, was Eifersucht, was Liebe, und wer hat eigentlich das Sagen?
Jedes Kapitel beginnt mit einer Alltagsszene und dem Satz, der in ihr fällt. Dann folgt, was die Forschung dazu tatsächlich untersucht hat, wie die Studien angelegt waren und was sie zeigen können. Ein eigener Abschnitt benennt in jedem Kapitel, was die Forschung noch nicht zeigt. Das Buch erklärt nicht, was Hunde wirklich denken. Es zeigt, welche geistigen Leistungen belegt sind, welche Interpretationen tragen und wo wir anfangen, Geschichten in Verhalten hineinzulesen.
Der Anlass sind Hunde, die zuerst falsch verstanden und dann falsch behandelt wurden. Wer einen Hund für unwillig hält, arbeitet an seinem Willen. Wer ihn für überfordert, ängstlich oder krank hält, geht anders mit ihm um. Die Deutung am Anfang entscheidet über alles, was danach kommt.
Für Hundehalterinnen und Hundehalter, die ihren Hund genauer verstehen wollen, und für alle, die beruflich mit Hunden arbeiten und wissen möchten, wo Beobachtung endet und Interpretation beginnt.
Michael Sauerwein ist Geschäftsführer und Mitinhaber der Hundeschule unterHUNDs in Merzig. Er verfügt über die Erlaubnis nach § 11 TierSchG und führt Sachkundelehrgänge durch.
In der unterHUNDs Trainerakademie bildet er Hundetrainerinnen und Hundetrainer aus. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Verbindung von Verhaltensforschung und Trainingspraxis.
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