Vom Boom zum Rückzug erzählt die Geschichte eines Instruments, einer Musikkultur und einer Bewegung, die einst mit erstaunlicher Wucht die amerikanische Unterhaltungskultur eroberte und sich doch ebenso deutlich wieder aus dem Zentrum zurückzog. Im Mittelpunkt steht der Aufstieg der Ukulele auf dem amerikanischen Festland, ihr Weg aus dem exotisierten Randbereich in die Musikhäuser, Unterrichtswerke und Wohnzimmer einer neuen Mittelschicht sowie die Mechanismen, die diesen Boom überhaupt erst möglich machten. Das Buch zeichnet nach, wie Verlage, Musikalienhändler, Pädagogen und Bühnenkünstler gemeinsam einen Markt schufen, der weit über ein kurzfristiges Modephänomen hinausging. Es beleuchtet die Rolle von Firmen wie Sherman, Clay & Co., die Bedeutung früher Lehrwerke, die Verbindung zur Unterhaltungsindustrie und die Frage, warum aus einem Massenphänomen später ein kultureller Rückzug wurde. Dabei geht es nicht nur um Instrumentengeschichte, sondern auch um Medien, Vermarktung, Geschmack und gesellschaftlichen Wandel. Zwischen Euphorie, Kommerz und stillem Verschwinden entsteht das Bild einer Epoche, in der die Ukulele weit mehr war als nur ein kleines Saiteninstrument: Sie war Symbol für Aufbruch, Moderne und musikalische Teilhabe, bevor sich ihr Platz in der Öffentlichkeit erneut veränderte. Ein detailreiches, quellennahes Buch über Aufstieg, Blüte und Rückzug einer Musikbewegung, deren Nachwirkungen bis heute spürbar sind.
Andreas Fischer ist deutscher Autor, Akustikexperte und im weitesten Sinne auch ein Ukulelenhistoriker. Sein Interesse liegt auf den Instrumenten der Firma Lyon & Healy, der Entwicklung der Ukulele im frühen 20. Jahrhundert und der Wiederentdeckung der Lehrwerke von N. B. Bailey. Auf seiner Website bailey-ukulele.de veröffentlicht er Recherchen, Dokumentationen und Quellenmaterial.
Er lebt im Rheinland, ist an Morbus Parkinson erkrankt und arbeitet an weiteren Büchern zur Kultur- und Musikgeschichte der Ukulele.
Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.