Eine Liebesgeschichte mit gesellschaftlichen Verwerfungen Der Roman handelt von der Beziehung zwischen dem Müllerssohn Johannes und Victoria, der Tochter eines Grundbesitzers. Die großen Standesunterschiede sind unter anderem der Grund dafür, daß die Beziehung ein tragisches Ende nimmt. »Was Hamsun auszeichnet und ihm unter den zeitgenössischen Dichtern einen hervorragenden Platz sichert, das ist der Scharfblick, mit dem er in die Tiefen der Seelen dringt, die Meisterschaft, mit der er die feinsten, intimsten inneren Regungen und Schwingungen zu ergründen und darzustellen weiß.« [Allg. Zeitung, München, 1922]
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1921, erschienen im Albert Langen Verlag, München. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Knut Hamsun (1859-1952) war einer der bedeutendsten norwegischen Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts und Hauptvertreter der modernen Literatur vom Übergang der Spätromantik und dem Naturalismus zur Klassischen Moderne. Der Sohn eines Dorfschneiders wuchs bei seinem Onkel auf und erfuhr dort eine bibelnahe, religiöse Bildung. Lebenspraktische Kenntnisse erwarb sich der Autodidakt bei unterschiedlichsten beruflichen Tätigkeiten, auf weiten Wanderungen durch Norwegen und später während längeren Aufenthalten in den Vereinigten Staaten von Amerika. 1890 erschien sein Roman »Hunger«, der ihn als Vertreter der Moderne in Norwegen bekannt machen sollte. 1892 wurde mit »Mysterien« der zweite große Roman des Autors veröffentlicht. Es folgten populäre Romane wie »Pan« und »Victoria«. 1920 erhielt er den Literaturnobelpreis für sein Werk »Segen der Erde«. Hamsuns Ruhm als Schriftsteller wird überschattet von seinem aktiven Eintreten für den Nationalsozialismus. Hamsun war ein großer Bewunderer Deutschlands und ein entschiedener Gegner des britischen Imperialismus und des Kommunismus. Entscheidend für Hamsuns antibritische Einstellung war das britische Vorgehen im Burenkrieg. Schon im Ersten Weltkrieg war er für die deutsche Position öffentlich eingetreten. Deutschland symbolisierte für Hamsun das »junge Europa«. Er blieb ein Freund Deutschlands bis zu seinem Tode. Zu seinen Verehrern gehörten Thomas Mann, Hermann Hesse, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Stefan Zweig, Martin Buber, Arnold Schönberg und Alfred Einstein. Sie alle schrieben Beiträge zu der Festschrift, die zu Hamsuns 70. Geburtstag in Deutschland erschien.
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