Die Dissertation analysiert interkulturelle Pflegeberatung im Kontext Sozialer Arbeit mit einem Fokus auf die Aushandlungsprozesse in Pflegestützpunkten und knüpft dabei an das Praxisforschungsprojekt OPEN an. Im Zentrum steht die Frage, wie Bedürfnisse von Ratsuchenden mit Migrationsgeschichte in Beratungsgesprächen konstruiert und ausgehandelt werden. Neben einem systematischen Überblick zur Pflegeversicherung und -beratung wird Pflegeberatung als gesundheitsbezogene und soziale Dienstleistung kontextualisiert. Unter Rückgriff auf machtsensible Theorieansätze und die Situationsanalyse wird ein methodisches Vorgehen entwickelt, welches Beratung als soziale Interaktion in einer komplexen Beratungsarena versteht und die Konstruktion und Aushandlung von Bedürfnissen in der Pflegeberatung in den Fokus rückt. Anhand qualitativer Fallanalysen werden Machtverhältnisse, implizierte Akteur*innen sowie Relevanzstrukturen der Beratenden sichtbar gemacht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich Bedürfnisse im Spannungsfeld von Autonomie und Abhängigkeit zeigen und die Beteiligten in den Pflegeberatungen ungleiche Chancen besitzen, diese in den Aushandlungsprozess einzubringen. Die Arbeit schließt mit Implikationen für einen machtsensiblen Umgang mit Bedürfnissen in der (interkulturellen) Pflegeberatung aus der Perspektive der Sozialen Arbeit.
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