Robert Keller, neunundvierzig, Musikdirektor an einer Münchner Konservatoriums-Vorschule, hat fünfzehn Jahre lang Formulare unterschrieben, Protokolle geführt und Prüfungen abgenommen. Niemand weiß, ob seine Hände im Winter kalt oder warm sind. In einer Oktobernacht entwirft er die Logistik seiner eigenen Beerdigung: ein Kiefernsarg, ein Silikon-Doppel seiner selbst, vierzig schwarzberandete Einladungen. Nicht um zu sterben, sondern um endlich zu wissen, ob jemand den Unterschied bemerkt.
Was folgt, ist kein Experiment.
Unsichtbar ist ein Roman über die stillen Menschen, die in jeder Stadt leben und von keiner Statistik erfasst werden. Über ein Urteil, das mit dreizehn Jahren gesprochen wurde und zweiunddreißig Jahre lang galt. Und über die Frage, ob man sichtbar werden kann, ohne den Preis zu kennen, den Sichtbarkeit kostet.
E.P. Pole lebt und arbeitet im Münsterland. Als Puppenspieler, Musiker, Dirigent, Dramaturg und Bühnenperformer bewegt er sich seit Jahren an den Schnittstellen zwischen Darstellender Kunst, Musik und Literatur. Er schreibt Kinderbücher, arrangiert und komponiert für Blasorchester und schreibt Stücke für das Laientheater.
Unsichtbar ist sein erster veröffentlichter Roman für Erwachsene.
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