Uwe Appolds Erzählungen sind ein eindringliches Zeitzeugnis einer Epoche, die aus dem kollektiven Gedächtnis zunehmend verschwindet - und doch unser Heute tief geprägt hat. Der 1942 geborene Autor lässt vor dem Hintergrund der zerstörten Marinestadt Wilhelmshaven eine Kindheit im Schatten des Krieges lebendig werden: zwischen Trümmern, Entbehrung und dem tastenden Neubeginn einer Gesellschaft. In lose verwobenen, nicht chronologisch erzählten Episoden begleitet der Leser den Jungen Ubbo durch eine Welt aus Hunger, Kälte und Mangel - aber auch aus kindlicher Abenteuerlust und gefährlichen Mutproben. Trümmerlandschaften werden zu Spielplätzen, Brücken zu Sprungbrettern ins Risiko, und das soziale Gefüge ist geprägt von Härte, Gewalt und Sprachlosigkeit. Dabei ist Appolds Erzählen weit mehr als bloße Erinnerung: Mit feinem, fast seismischem Gespür verdichtet er persönliche Erfahrung und kollektives Trauma zu einer literarischen Reflexion über Verdrängung, Schuld und Aufbruch. Die bewusst gesetzten Bezüge - etwa zu Paul Gerhardts "...und suche Freud" - eröffnen eine zweite Ebene: Hoffnung und Natur als Gegenkraft zur Zerstörung. Ubbo, der aus den Trümmern Zukunft formen will, stößt auf eine Welt voller Verdrängung und Erstarrung. Seine Suche nach Sinn und Erneuerung führt ihn an einen existenziellen Wendepunkt. Ein atmosphärisch dichtes, sprachlich sensibles Buch über Kindheit im Nachkriegsdeutschland - und über die Frage, wie aus Zerstörung neues Leben entstehen kann.
UWE APPOLD, geboren 1942 in Wilhelmshaven, ist Bildhauer und Maler. Nach einer Lehre zum Bildhauer beendete er 1968 seine Ausbildung an der Werkkunstschule in Flensburg als Dipl. Designer. Im Jahr 1962 hatte er seine erste Einzelausstellung. 2025 beging er sein 63tes Ausstellungsjubiläum. Seine Ausstellungstätigkeiten erstrecken sich auf viele deutsche Großstädte, auf Europa und China. Seine Themen findet er in dem Spannungsbogen zwischen Antike bis in die Gegenwart in gesellschaftsrelevanten Gegebenheiten. Seine Bilderzyklen orientieren sich u. a. an kriegerischen Ereignissen der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert, aber auch an dem Ukrainekrieg mit den Menschheitsverbrechen. Appold begleitet sein Werk mit Erzählungen, Prosa und Lyrik. Stets richtet sich der Künstler dabei an die existenziellen Erfahrungen der Menschen. Er hat mehrere Bücher verfasst. Uwe Appold erhielt den Kulturpreis seiner Heimatstadt und den Kunstpreis der Marie-Louise-Born-Stiftung für sein Lebenswerk und internationale Tätigkeit. Er lebt und arbeitet in Norddeutschland.
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