Darf eine Frau zurück an den Herd? Natürlich darf sie. Eine freiheitliche Gesellschaft muss einer Frau erlauben, Karriere zu machen - und ebenso, darauf zu verzichten. Sie darf Mutter, Hausfrau, Richterin, Aktivistin, Feministin, Unternehmerin oder alles zugleich sein. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, welche Lebensform die richtige ist. Sondern: Was geschieht, wenn aus einer freien Entscheidung ein gesellschaftliches Leitbild und aus diesem Leitbild staatliche Ordnung wird? Tradwife - Die verfassungswidrige Frau? untersucht das Frauenbild der AfD an der Schnittstelle von Feminismus, Sozialwissenschaft und Verfassungsrecht. Im Mittelpunkt stehen Care-Arbeit, Mutterschaft, wirtschaftliche Abhängigkeit, Gleichstellungsinstrumente, Familien-förderung, sprachliche Sichtbarkeit und die Frage, wann aus sozialer Ungleichheit ein rechtlich relevanter Statusunterschied entsteht. Dabei geht es nicht um die Behauptung, jede konservative Familienpolitik sei verfassungswidrig. Das Buch zieht bewusst Grenzen: Ein traditionelles Frauenbild ist noch kein Angriff auf die Menschenwürde. Ein möglicher Verstoß gegen Art. 3 GG ist noch kein Parteiverbotsgrund. Jede weitere Schwelle verlangt einen eigenen Beweis. Zugleich stellt die Studie die unbequemere Frage: Kann ein Staat formale Gleichberechtigung anerkennen und Frauen dennoch institutionell in einen engeren Raum tatsächlicher Lebensmöglichkeiten drängen? Die Untersuchung führt von der Tradwife über die kopftuchtragende Muslimin bis zur Queer- und Genderfrage - und endet bei einem einfachen verfassungsrechtlichen Prinzip: Tradition als Möglichkeit ist Freiheit. Tradition als staatlich verfestigte Rangordnung ist eine Verfassungsfrage. Trägt also ein als Anhang beigefügter Entwurf eines Parteiverbotsantrags - mit der Frauen- und Gleichberechtigungs-thematik, den weiteren Menschenwürde- und Demokratiesäulen sowie ihren Schnittstellenkomplexen -, wenn er von der Bundesregierung, dem Deutschen Bundestag oder dem Bundesrat dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung jetzt vorgelegt würde?
Die feministische Gender- und Verfassungsstudie "Tradwife - Die verfassungswidrige Frau?" von Eureka Circe untersucht das Frauenbild der AfD an der Schnittstelle von Feminismus, Sozialwissenschaft und Verfassungsrecht. Im Mittelpunkt stehen Care-Arbeit, Mutterschaft, wirtschaftliche Abhängigkeit, Gleichstellungsinstrumente, Familienförderung, sprachliche Sichtbarkeit und die Frage, wann aus sozialer Ungleichheit ein rechtlich relevanter Statusunterschied entsteht.
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