Schlagworte: Das Buch handelt von Johann Tetzel und seinem Leben., Es zeigt seinen Streit mit Martin Luther und die Zeit der Reformation., Tetzel predigt am Tag und lebt in der Nacht mit Zweifeln., In Frankfurt (Oder) eskalieren seine Konflikte., Am Ende steht die Erfahrung: Der Tod hat nicht das letzte Wort.
War Johann Tetzel ein Marktprediger oder ein Ketzer? Diese Frage bleibt bewusst offen. Was wir über ihn wissen, stammt aus einer Zeit, in der Gewissheiten laut verkündet und Zweifel oft verschwiegen wurden. Dieses Buch bewegt sich zwischen Roman und Sachbuch: Es erzählt und erklärt zugleich. Es zeichnet Tetzel nicht nur als Gegenspieler Luthers oder Symbol des Ablasses, sondern als Mensch innerhalb komplexer theologischer und kirchlicher Strukturen. Sein Weg führt durch Städte, Kirchen und Konflikte ... besonders in Frankfurt (Oder), wo äußere und innere Spannungen eskalieren. Neben der sichtbaren Geschichte entfaltet sich eine zweite: die stillen Nächte. Ohne Publikum und Autorität wird Tetzel hier zum zweifelnden Menschen. Was er am Tag verteidigt, beginnt nachts zu bröckeln. Am Ende führen seine Wege in die Stille. Sein Leben erscheint als offenes Bild, ohne Urteil, ohne eindeutiges Ergebnis. Das Buch lädt dazu ein, die Reformation als Erfahrung zu sehen: als Ringen um Wahrheit. Die zentrale Frage bleibt: Was geschieht, wenn Überzeugungen nicht mehr tragen?
Johannes Simang, 1952 geb. Als ev. Pfarrer war ich immer ökumenisch orientiert. Ich hatte immer eine Schwäche für Traditionen, die Gläubige tragen. Da schlug in mir sicher das ökumenische Herz - in der Seelsorge, die vor allem Toleranz braucht, eher das liberale evangelische Herz. So sehe ich auch Tetzel, der im dogmatischen Sinn ein Ketzer war, seelsorgerlich als Kollege ein Mensch. Seine Auftraggeber jener Zeit waren einer Reflexion weniger wert, denn sie waren machtgierige und gierige Geschöpfe, die mit ihrer Empathielosigkeit Millionen geschadet haben und ihnen letztlich das genommen haben, was sie hätte tragen können: den Glauben
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