Von 1978 bis 2001 war die Bundesrepublik das wichtigste Aufmarschgebiet der US Army in Europa: Hunderttausende amerikanische Soldaten standen zwischen Fulda und Rhein bereit, um einen sowjetischen Vorstoß durch das Fulda Gap aufzufangen. "Stützpunkt Deutschland" erzählt diese Geschichte auf drei Ebenen - die strategische Logik von NATO-Vorneverteidigung, REFORGER und Nuklearabschreckung; das Netz aus Hauptquartieren, Garnisonen und Aufklärungsstationen von Heidelberg bis Bad Aibling; und den deutsch-amerikanischen Alltag hinter dem Kasernenzaun. Der Mauerfall 1989 stellt diese Ordnung plötzlich infrage; der Golfkrieg 1990/91 zeigt die Armee noch einmal in voller Stärke, bevor der große Abzug beginnt. Bis 2001 verschwinden Divisionen, schließen Kasernen, wird aus Truppenübungsplätzen Konversionsfläche. Belegte Zeitgeschichte trifft auf die Erinnerungen eines Zeitzeugen, der im Schatten dieser Stützpunkte aufwuchs - ein Sachbuch über Macht, Alltag und das leise Verschwinden einer vier Jahrzehnte währenden Präsenz.
Mit 57 Abbildungen, eigenen Karten und Schaubildern. Belegte Zeitgeschichte und Zeitzeugenaussagen sind durchgehend getrennt ausgewiesen; wo sich Quellen widersprechen, steht der Widerspruch im Buch.
Jens Zimmer, Jahrgang 1978, wuchs im Raum Mainz auf - in Wackernheim, zwischen rheinhessischen Obstwiesen und den Kasernen der US Army. Als Kind und Jugendlicher erlebte er die amerikanische Militärpräsenz aus nächster Nähe: Frühsport im Morgengrauen, AFN im Radio, Einkäufe im PX und den Abschied eines Soldaten in den Golfkrieg. Er lebt heute in der Schweiz und verbindet in "Stützpunkt Deutschland" belegte Zeitgeschichte mit dieser eigenen Erinnerung.
Von ihm sind außerdem erschienen: "Stahl und Staub" über den Kampfpanzer M1 Abrams, "Vom Pferd zum Hubschrauber" über die Geschichte der 1st Cavalry Division sowie weitere Sachbücher zur Militär- und Zeitgeschichte.
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