Ein tabuisiertes Frauenschicksal. Ein Trauma, das über Generationen weitergegeben wird. Und über allem die Fragen: Wie wird es möglich, über das Erlebte zu sprechen? Und wie wird es möglich, zu heilen?
Wien, Februar 2022. Katrin steckt fest: in ihrem Job, in ihrer Beziehung, beim Ausräumen des Hauses, das sie von ihren Eltern geerbt hat. Wirklich nahe steht ihr nur ihre Großmutter Luisa. Als die Medien vom Ausbruch des Ukraine-Kriegs berichten, reagiert diese schockiert. Katrin ahnt: Das hat damit zu tun, was Luisa im Zweiten Weltkrieg erlebt hat.
Behutsam hilft sie ihrer Großmutter, sich an das Unvorstellbare zu erinnern: die Zwangsarbeit im KZ-Bordell Mauthausen. Doch bald wird klar, dass die Wunden, die Luisa davongetragen hat, Jahrzehnte überdauert haben und bis in Katrins Leben reichen.
Als sie bei ihren Recherchen auf ein weiteres Familiengeheimnis stößt, verschwimmen die Grenzen zwischen Opfern und Tätern. Katrin muss sich entscheiden: Ist sie bereit, zurückzublicken und die Verstrickungen von Scham und Schuld innerhalb ihrer eigenen Familie zu entwirren?
Ein fundiert recherchierter, aber fiktiver Familienroman aus der Perspektive einer Kriegsenkelin. Einfühlsam und spannend erzählt die Geschichte von der Kraft der Zuwendung und der Solidarität unter Frauen.
Regina Schlager wurde 1970 in Wien geboren und lebt in Zürich. Sie ist Autorin, systemische Coachin und Schreibpädagogin. Nach ihrem Studium der Germanistik und Philosophie in Wien hat sie im Wissensmanagement und der Weiterbildungsabteilung in Beratungsunternehmen gearbeitet, bevor sie sich 2011 beruflich selbstständig gemacht hat. Ausgangspunkt ihres Schreibens ist die Frage, wie die Erfahrungen von Frauen sichtbar und erzählbar werden. 2016 erschien ihr Sachbuch »Mutig mit dem Herzen führen. Gespräche mit Frauen, die ihre Berufung gestalten«. »Stille Scham« ist ihr Debütroman. Sie veröffentlicht auch Essays und die Kolumne »Eine Wienerin in Zürich«.
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