Im Denken und Werk Jean Pauls gehen Dichtung und Naturwissenschaft eine eigentümliche Synthese ein. Die auf dem Höhepunkt der wissenschaftlichen Revolution im Verlauf des 18. Jahrhunderts gemachten Entdeckungen im Bereich von Astronomie und Kosmologie, Botanik und Zoologie, Optik und Katoptrik, Anatomie, Physiologie und Medizin sowie Magnetismus und Elektrizität verarbeitet Jean Paul auf verschiedenen Ebenen in seinem dichterischen und theoretischen Werk. Die Untersuchung analysiert Formen und Funktionen dieser epischen Integration der Naturwissenschaften auf dem geistesgeschichtlichen Hintergrund des 18. Jahrhunderts. Dabei wird zu zeigen sein, dass neben einer immensen Erweiterung und Erneuerung der poetischen Bildsprache auch wissenschaftliche Denkformen und die Methoden von Experiment und Klassifikation Jean Pauls Witz-Begriff und die durch Teleskop und Mikroskop neu erschlossenen Perspektiven seinen Humor und damit insgesamt sein poetisches Verfahren prägen. Grundlage der Untersuchung bildet die bereits im Jahr 1987 unter dem Titel "Jean Paul und die Naturwissenschaft" erschienene Dissertation, die für diese Neuausgabe stark überarbeitet, auf den neuesten Forschungsstand gebracht und um wesentliche Kapitel erweitert wurde. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Jean Pauls Exzerpten sowie auf der Berücksichtigung zeitgenössischer Quellen.
Maximilian Rankl, geb. 1955 in Kempten/Allg.; Studium der Germanistik, Geschichte und Politologie an der LMU München; 1982 Magister Artium im Fach Neuere deutsche Literatur mit einer Arbeit über die frühe Prosa Gottfried Benns; 1987 Promotion mit einer Dissertation zum Thema "Jean Paul und die Naturwissenschaft" ; Zweitstudium der Baltologie an der LMU München; Fernstudium der Psychologie an der ALH (Akademie für ganzheitliche Lebens- und Heilweisen, Haan). 1987-2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Kulturinstitutionen der deutschen Vertriebenen (Bonn); 1991-1998 Lehrbeauftragter am Institut für Deutsche Philologie und am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Komparatistik) der LMU München. 2000 Vertretung einer Assistentenstelle am Institut für Baltistik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. 1991-2002 Autor für Fernseh-Drehbücher, u. a. für eine Kinderserie sowie für Reihen im NDR. Seit 2020 Dozent für Literatur an den Volkshochschulen München und Fürstenfeldbruck/Obb.
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