Dieses Buch trägt den Titel Spielraum der Philosophie, weil es Philosophie weder als geschlossenes System noch als bloßes Feld beliebiger Meinungen versteht, sondern als einen Raum von Möglichkeiten, der zugleich eröffnet und begrenzt ist. Es orientiert sich nicht an Moden, Diskursen oder Autoritäten, sondern an einem einfachen und festen Maßstab. Die leitende Frage lautet, was, gemessen an der klassischen Idee der Philosophie, tatsächlich in diesen Spielraum gehört. Der Spielraum ist dabei kein freies Belieben. Er ist ein gedanklicher Zusammenhang und ein Ort der Prüfung. In ihm zeigt sich, welches Denken mehr ist als bloße Stellungnahme, nämlich jenes, das sich auf das Wesen der Welt, den Sinn des Lebens und die Stellung des Menschen in ihr einlässt. Offenheit und Maß stehen hier nicht im Widerspruch, sondern in einem Spannungsverhältnis, das den Raum überhaupt erst hervorbringt. Zweiundsiebzig Denkerinnen und Denker werden in den Blick genommen, nicht um sie zu bewerten oder zu richten, sondern um sie in diesen Spielraum zu stellen und an seinem Maß sichtbar werden zu lassen. Die Betrachtungen dieses Buches verstehen sich weder als endgültige Urteile noch als ideologische Festlegungen. Sie sind Versuche, Bewegungen im Raum nachzuzeichnen, Wege sichtbar zu machen und zu prüfen, ob und wie sich in ihnen Philosophie ereignet. Im Spielraum der Philosophie entscheidet sich nicht alles. Aber hier zeigt sich, wo Denken beginnt.
Andreas Niederau-Kaiser, geboren 1953, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit Jahrzehnten entfaltet sich sein Werk im Raum der bildenden Kunst, in Installationen, Performance, Malerei, Filmen und Texten. Im Zentrum steht eine beharrliche existentielle Befragung des Menschen und seiner Herkunft. Warum sind wir hier? Bücher und Kataloge und Filme dokumentieren diese Arbeit.
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