Diese Broschüre eröffnet einen ungewöhnlichen Blick auf Bertolt Brecht. Ausgehend von seinem berühmten Ausspruch "Sie werden lachen: Die Bibel" zeigt Hans-Wilfried Haase, dass Brechts Werk weit stärker von der Bibel und der christlichen Tradition geprägt ist, als sein öffentliches Selbstverständnis als Atheist vermuten lässt. Anhand zentraler Texte - von den frühen Gedichten über Baal, die Hauspostille, Die heilige Johanna der Schlachthöfe, Mutter Courage bis zu den Geschichten des Herrn Keuner - zeichnet der Autor nach, wie Brecht biblische Motive, Psalmen, Choräle und religiöse Sprache aufgreift, verfremdet und für seine Gesellschaftskritik nutzt. Dabei wird deutlich, dass Brechts Verhältnis zum Christentum weder auf bloße Ablehnung noch auf religiöse Vereinnahmung reduziert werden kann. Die gut verständliche Darstellung verbindet literaturwissenschaftliche Analyse, biographische Hintergründe und theologische Einordnung. Sie richtet sich an Leserinnen und Leser mit Interesse an Brecht, Literatur, Theologie, Religionsgeschichte und Kulturgeschichte.
Geboren 1943 in Château-Salins (Lothringen), aufgewachsen in Leer (Ostfriesland). Studium der Evangelischen Theologie und Germanistik in Kiel, Tübingen, Göttingen und Mainz. Wissenschaftlicher Assistent im Fach Systematische Theologie an der Universität Mainz von 1969 bis 1971. Von 1974 bis 2008 Pastor der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen. Seit Jahrzehnten engagiert in der christlich-jüdischen Zusammenarbeit. Maßgeblich beteiligt an der Erneuerung der Lüneburger Synagogen-Gedenkstätte, an der Organisation von Studienreisen zur jüdischen Geschichte und Kultur sowie an der Herausgabe von Chroniken und Gedenkschriften. Langjähriges Engagement in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und im Theologischen Forum Lüneburg.
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