Was wir im Spiegel sehen, erzählt nicht die ganze Wahrheit über das, was in uns lebt. Aus der Stimme einer Achtundsiebzigjährigen entfaltet sich das Grundparadox dieses Buches: ein Gesicht und ein Körper, die unverkennbar Alter zeigen, und ein inneres Empfinden, das diesem sichtbaren Befund leise, aber beharrlich widerspricht. Das innere Wesen scheint wohl weiser zu werden, aber nicht wirklich alt. Negativen Aspekten des Altseins stellt sie positive Erfahrungen gegenüber, ohne ihre psychotherapeutische Kompetenz hervorzuheben. Die Natur und die Literatur sind ihre Begleiter und Wegweiser. Es geht um Würde ohne Beschönigung, um Verletzlichkeit ohne Trostformeln und um Mut, sich selbt treu zu bleiben.
Mitte des vorigen Jahrhunderts in Oberau / Wildschönau geboren und aufgewachsen, schreibt Christine Sollerer-Schnaiter Geschichten, die sie rund um sich aufliest wie Muscheln im Sand. Aus ihrer beruflichen Erfahrung und ihrer persönlichen Reflexion über das Altwerden entstehen leise, ehrliche Erzählungen über Sehnsucht, Würde und das Fortleben des Wesens über alle Lebensalter hinweg. In mehr als 30 Büchern hat sie bereits von ihrer Herkunft, ihrer Kindheit und Jugend erzählt, aber auch über ihre Erlebnissse auf Reisen und Erfahrungen des Lebens. 'Die alte Frau und das Mädchen', 'Sehnsucht bleibt' und 'Selbstverständlich alt' fügen sich zu einer Trilogie über das Alt-sein.
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