"Hillel lehrte: Sei ein Anhänger Aarons - der den Frieden liebt und ihn verfolgt, der Gottes Geschöpfe liebt und sie der Thora näher bringt." (Sprüche der Väter I, 12)
Frühe Quellen zur Friedensliebe der Rabbiner erschließt der erste Hauptteil des hier vorgelegten Lesebuches. Das Imperium Romanum zerstört im Jahr 70 nach Christus den Tempel zu Jerusalem. Die jüdischen Weisheitslehrer antworten auf diese Katastrophe nicht mit einer Angleichung an das aggressive Programm Roms. Sie folgen vielmehr jener Wegspur, in der die Zivilisation der Gewalt als sicherer Erweis von Gottlosigkeit gilt. Das rabbinische Judentum imponiert als eine biophile Religion des Friedens: Gehörst du zu jenen, die das Leben lieben und bessere Tage zu sehen wünschen? Achte darauf, wo die Boten der Freude wirken und leuchtende Augen anzutreffen sind. Suche den Frieden und jage ihm nach . . . Eine weitere Abteilung der Sammlung enthält Texte von zwanzig Autoren - vornehmlich aus den Jahren 1896 bis 1929. Hier bestätigt sich Seite um Seite, dass das Friedensparadigma der frühen Rabbinen auch im "langen 19. Jahrhundert" unter Orthodoxen und Reformern noch nicht in Vergessenheit geraten war. Es beförderte bei Frauen und Männern aus jüdischen Familien gerade im Umfeld des Ersten Weltkrieges ein klares Sehen: "Alles Gewaltsame ist weglos, sinnlos, weil es ohne Ziel ist. Gewalt führt nie über sich hinaus zu einem Ziele hin, sie führt immer nur zu sich selber zurück" (Leo Baeck). Im Zeitalter der modernen Massenvernichtungswaffen ist die Friedensvision der Propheten Israels keine utopische Träumerei, sondern der einzige Schlüssel für eine Zukunft der Menschheit ohne unermessliche Leiden. - "Es sprach der Heilige, gelobt sei er: die ganze Thora lehrt Frieden und wem übergebe ich sie? Dem Volke, das den Frieden liebt." (Talmudisch)
edition pace. Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien, 15. Herausgegeben von Peter Bürger.
Peter Bürger, Theologe & freier Publizist. Bearbeiter der Reihe "Kirche & Weltkrieg" (https://kircheundweltkrieg.wordpress.com/) sowie der von ihm konzipierten Editionsprojekte "Tolstoi-Friedensbibliothek" (www.tolstoi-friedensbibliothek.de) und "Schalom-Bibliothek: Pazifisten & Antimilitaristinnen aus jüdischen Familien" (www.schalom-bibliothek.org). - Bertha von Suttner-Preis 2006 für die Studien zu Krieg & Massenkultur; Rottendorf-Preis 2016 für die Erforschung und Vermittlung niederdeutscher Literatur. - Mitgliedschaften: Internationaler Versöhnungsbund (deutsche Sektion); Internationale katholische Friedensbewegung pax christi (ab 1980); DFG-VK; Solidarische Kirche im Rheinland; VVN-BdA; Ökumenisches Institut für Friedenstheologie. - Als Herausgeber hat er zuletzt vorgelegt: Leo N. Tolstoi. Begegnung mit dem Judentum. Briefe und andere Zeugnisse des Dichters, nebst Darstellungen von jüdischen Zeitgenossen (Tolstoi-Friedensbibliothek 2025); "Gott für uns alle". Beiträge zur Geschichte der Esloher Juden, Band II (zus. m. Hans Jürgen Rade, Dezember 2025); Gustav Landauer. Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung - Ausgewählte Texte 1895-1919 (zus. m. Jan Rolletschek).
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