Schutzlos - Stimmen aus der JVA Tegel versammelt literarische Texte, Eindrücke und Erzählungen aus dem Umfeld der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel. Die Beiträge geben Einblick in eine Welt, die den meisten Menschen verborgen bleibt: Haft, Isolation, Machtlosigkeit, Wut, Erinnerung, Schuld, Hoffnung und die Frage, was Resozialisierung im Strafvollzug eigentlich bedeuten kann.
Der Band verbindet dokumentarische Nähe mit literarischer Verdichtung. Manche Texte wirken unmittelbar und persönlich, andere treten als fiktive Geschichten, satirische Beobachtungen oder düstere Momentaufnahmen auf. Gemeinsam ist ihnen ein Blick auf Menschen, die im System Gefängnis leben, schreiben, zweifeln, erinnern und um Sprache ringen.
Dabei geht es nicht um einfache Antworten und nicht um die Verklärung von Schuld. Schutzlos zeigt vielmehr, wie fragil Menschenwürde hinter Mauern werden kann, wenn Alltag, Bürokratie, Angst und Abhängigkeit ineinandergreifen. Die JVA Tegel erscheint in diesen Texten nicht nur als Ort des Freiheitsentzugs, sondern auch als Raum, in dem Lebensgeschichten, Fehlentscheidungen, innere Brüche und gesellschaftliche Fragen sichtbar werden.
Dieser erste Band der Reihe Schutzlos richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für literarische Kurzgeschichten, Gefängnisliteratur, Strafvollzug, Justiz, Berlin und authentische Stimmen aus einer wenig zugänglichen Lebenswirklichkeit interessieren.
Die Autorengemeinschaft steht für die beteiligten Schreibenden dieses Bandes, deren Texte im Zusammenhang mit der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel entstanden sind. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Autorenbiografien, sondern die gemeinsamen Stimmen, Erfahrungen und literarischen Perspektiven aus dem Umfeld des Strafvollzugs.
Die Beiträge unterscheiden sich in Ton, Form und Haltung: persönliche Eindrücke stehen neben fiktionalen Erzählungen, satirischen Texten und nachdenklichen Momentaufnahmen. Gerade diese Verschiedenheit prägt den Charakter des Buches. Die Autorengemeinschaft macht sichtbar, dass Schreiben auch unter schwierigen Bedingungen ein Mittel sein kann, Erlebtes zu ordnen, Widersprüche auszuhalten und der eigenen Wahrnehmung Ausdruck zu geben.
Mit Schutzlos - Stimmen aus der JVA Tegel tritt diese Autorengemeinschaft nicht als klassisches Autorenkollektiv auf, sondern als Sammlung literarischer Stimmen aus einer Lebenswirklichkeit, die im öffentlichen Gespräch oft nur von außen betrachtet wird.
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