Schreibensunkundig: Eine Familiengeschichte aus dreihundert Jahren
Alle Menschen in diesem Buch haben gelebt. Die wenigsten haben eigene Worte hinterlassen: nur Einträge: in Kirchenbüchern, Zivilstandsregistern, Gerichtsakten. Ein Reitersoldat aus Bayern, der in der Eifel zum Landboten wird. Sein Sohn, ein Weber, der seinen eigenen Namen nicht schreiben kann. Eine Frau mit vier Namen, deren Mutterschaft erst ein Gericht amtlich bestätigen muss. Ein Bergmann, der 1930 bei der Explosion auf Grube Anna II stirbt, bevor seine Tochter geboren wird.
Vier Familienstränge: Egener, Dautzenberg, Winter, Brosius, zehn Generationen, dreihundert Jahre: von der Oberpfalz über die Eifel und die Niederlande bis ins Aachener Kohlerevier. Ernst Egener hat sie aus Archiven rekonstruiert: präzise, unsentimental, mit einem Sinn für die Ironien der Geschichte. Ein Buch über Namen, Macht und die Frage, wer über wen bestimmt, wenn nur einer von beiden schreiben kann.
Ernst Egener, geboren 1953 in Setterich bei Baesweiler, erforscht seit 1977 die Geschichte seiner Familie. Bereits Anfang der 1980er Jahre war er am Alsdorfer Geschichtsverein beteiligt, seine frühen Manuskripte aus den 1990er Jahren sind heute im Familienarchiv Faßbinder sowie im Findbuch des Alsdorfer Geschichtsvereins archiviert. Beruflich war er als Pharmareferent tätig. Seine Forschung veröffentlicht er auf familieegener.de und in einem eigenen Genealogie-Podcast. "Schreibensunkundig" ist die literarische Bilanz von fast fünf Jahrzehnten Archivarbeit zu den Linien Egener, Dautzenberg, Winter und Brosius. Ernst Egener lebt in Hamburg.
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