Einer schreibt, einen Tag lang, vom Aufwachen kurz nach fünf bis in die Nacht. Im Dunkeln am Küchentisch in Limburg schreibt er Farben herbei, bevor sie im Fenster erscheinen, und kommt ihnen danach nur noch hinterher. Er liest laut, was er getippt hat, und hört Sätze, die er anders gemeint hatte. Er schneidet eine Fassung in Streifen und legt sie neu zusammen. Am Laptop gibt ihm eine Maschine zu jedem Satz einen zurück, freundlich und passend, und er nimmt ihn, streicht ihn, schreibt ihn um. In der Zeitung steht derweil ein Preisträger, dessen Prosa eine Software für maschinengeschrieben erklärt.
Schreiben denkt über das Schreiben nach, indem es schreibt: über Anlässe und Rituale, über Zeichen und Orthografie, die sich nach Uhrzeit, Ort und Gerät richten, über die Frage, wer schreibt, wenn die Wörter von der Mutter, aus dem Radio und aus dem eigenen Heft zugleich kommen. Ein durchgehender Text ohne Kapitel. Am Ende steht eine Gebrauchsanweisung: irgendwo aufschlagen, lesen, mit dem Stift in der Hand mitschreiben.
Sascha Büttner Seit mehr als 30 Jahren übt Sascha Büttner die Profession des Coaches sowie des Trainers in der Arbeitswelt aus, ist Taijiquan und Qigong Praktizierender und meditiert seit seinem vierzehnten Lebensjahr. Zudem betätigt er sich als Fotograf, Herausgeber und Autor.
Sascha Büttner gründete und betreibt das metalabor, einen der kleinsten Think Tanks im deutschsprachigen Raum.
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