In Schichten erzählt Helene Böhm von Herkunft und sozialer Prägung, von Frauen im Betrieb, von Musik, Familie, Sprache und den Brüchen nach 1990. Die Texte führen in DDR-Alltage und in eine Nachwendezeit, in der sich Biografien nicht einfach neu erfanden, sondern unter anderen Bedingungen weitergehen mussten. Was vorher ähnlich begonnen hatte, lief später oft weit auseinander.
Dieses Buch schaut genau hin: auf Wörter, die eine Zeit in sich tragen, auf Arbeitswelten, auf Milieus, auf Verluste, Kränkungen und Eigensinn. Ohne Nostalgie, ohne Abrechnung, mit trockenem Humor und großer Präzision erzählt Schichten davon, wie Geschichte in Lebensläufen weiterarbeitet. Es ist ein literarisches Prosabuch über ostdeutsche Erfahrung - und über die allgemeinere Zumutung, mit Brüchen leben zu müssen.
Helene Böhm, Jahrgang 1965, wurde in Thüringen geboren und lebt seit den 1980er Jahren in Berlin. Ihre bisherigen Veröffentlichungen galten Sachthemen zur Dialektik von Raum und Sozialem. Schichten ist ihr erstes Prosabuch.
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