Rumi Zitate mit Quelle. Bei jeder Zeile steht, wo sie steht.
»Durch die Liebe wird Bitteres süß. Durch die Liebe wird Kupfer zu Gold. Durch die Liebe wird der Bodensatz klar. Durch die Liebe wird der Schmerz zur Heilung.«
Diese vier Zeilen sind von Rumi. Sie stehen im Mesnevi, im zweiten Buch, bei Vers 1529, und man kann sie dort nachschlagen. Bei Rumi Zitaten ist das keine Selbstverständlichkeit. Die berühmtesten Sätze, die im Deutschen unter seinem Namen umlaufen, hat er nie geschrieben.
»Rumi Zitate und Gedichte« versammelt hundertfünfundfünfzig Verse aus dem Mesnevi, dem Hauptwerk Mevlana Jalaluddin Rumis, geordnet nach den Themen, um derentwillen Menschen zu ihm kommen: Liebe und Tod, Schmerz und Heilung, Seele, Herz, Einsamkeit, Freundschaft, Ehe, Musik, Hoffnung. Hinter jedem Vers steht die Fundstelle. Wer einen davon weitergibt, in eine Hochzeits- oder Trauerrede nimmt oder sich auf die Haut schreiben lässt, weiß, dass er echt ist.
Dazu die berühmtesten Rumi Gedichte vollständig und neu aus dem Persischen übersetzt. Das Rohrlied, mit dem das Mesnevi beginnt und das von nichts anderem handelt als von der Trennung. Das Gästehaus. Sieben Ghaselen aus dem Diwan und zehn Vierzeiler.
Zehn Kapitel erzählen das Leben hinter den Versen. Was Jalaluddin Rumi über die Liebe sagt. Wie er starb, und warum er die Nacht seines Todes seine Hochzeitsnacht nannte. Welche Religion er hatte und wie er zum Sufismus kam. Wer Schams aus Täbris war, dessen Verschwinden aus einem Gelehrten einen Dichter machte. Ein eigenes Kapitel prüft die zwanzig bekanntesten Zitate Wort für Wort am persischen Text. Eines von zwanzig hält stand.
Mevlana Jalaluddin Rumi, geboren 1207, gestorben 1273 in Konya, ist der meistgelesene Dichter der Welt und der am häufigsten falsch zitierte. Dieses Buch bringt ihn zurück zu seinen eigenen Worten.
Rumi Zitate und Gedichte. Mevlana Jalaluddin Rumi über Liebe, Seele und Tod. Aus dem Mesnevi, mit Quelle. 248 Seiten, zwei Register. Band 2 der Reihe, nach »Rumi. Geschichten und Verse«.
Mevlana Jalaluddin Rumi wurde 1207 im Osten der islamischen Welt geboren, im heutigen Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Tadschikistan. Sein Vater war Prediger und Rechtsgelehrter. Als die Mongolen näher rückten, zog die Familie nach Westen und blieb schließlich in Konya, im anatolischen Land Rum. Daher der Beiname, unter dem ihn die Welt kennt.
Er wurde ein angesehener Gelehrter, hielt Vorlesungen und hatte Schüler. Dann begegnete er im Herbst 1244 einem wandernden Derwisch, Schams aus Täbris. Was zwischen den beiden geschah, weiß niemand sicher. Sicher ist nur die Wirkung: Der Gelehrte hörte auf zu lehren, und der Dichter fing an. Als Schams verschwand, blieben die Verse.
Sein Hauptwerk ist das Mesnevi, sechs Bücher mit rund fünfundzwanzigtausend Doppelversen, die er im Gehen diktierte. Daneben steht der Diwan-e Schams mit über dreitausend Ghaselen und mehreren tausend Vierzeilern. Rumi schrieb Persisch, war hanafitischer Rechtsgelehrter und Sufi. Aus seiner Gemeinde ging der Mevlevi-Orden hervor, den die Welt als die Derwische kennt, die sich drehen.
Er starb am 17. Dezember 1273 in Konya, wo sein Grab bis heute steht. Die Mevlevis nennen diese Nacht nicht seinen Todestag, sondern seine Hochzeitsnacht: die Nacht, in der der Liebende zum Geliebten kommt.
Rumi ist heute der meistgelesene Dichter der Welt. Und der am häufigsten falsch zitierte.
Salih Daglar, geboren 1984 in Istanbul, kennt die Verse Rumis, seit er denken kann. In seiner Familie wurde Mevlana zitiert, lange bevor er lesen konnte.
Heute liest er ihn im Original. Für seine Bücher arbeitet er mit dem persischen Text des Mesnevi und mit den wissenschaftlichen Ausgaben, und er hält sich an eine einzige Regel: Jede Zeile bekommt ihre Fundstelle. Was sich nicht belegen lässt, wird nicht verschwiegen, sondern als unbelegt gekennzeichnet, auch wenn es noch so schön klingt. Darin unterscheidet sich seine Arbeit von den meisten Sammlungen mit Rumi Zitaten, die auf Deutsch erhältlich sind.
Sein erstes Buch, »Rumi. Geschichten und Verse«, erschien 2026 und versammelt siebzehn Geschichten und sechsundzwanzig Verse aus dem Mesnevi. Es folgte »Rumi Zitate und Gedichte« mit hundertfünfundfünfzig belegten Versen und den bekanntesten Rumi Gedichten auf Deutsch. Beide Bände handeln von Mevlana Jalaluddin Rumi, vom Sufismus und von der persischen Dichtung.
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