Als Salih Daglar fünf Jahre alt war, plante seine Großmutter eine Reise nach Konya. Er wollte mit, blieb wach, schlief ein. Als er aufwachte, war sie fort.
Fast vierzig Jahre später hat er dieses Buch gemacht. Siebzehn Geschichten und sechsundzwanzig Verse aus dem Mesnevi, dem großen Gedicht, das Dschalal ad-Din Muhammad Rumi zwischen 1258 und 1273 in Konya diktiert hat.
Ein Rohr klagt, weil man es aus dem Röhricht geschnitten hat. Ein Elefant steht im dunklen Haus, und jeder, der ihn betastet, hält seinen Teil für das Ganze. Vier Männer streiten über ein Wort und meinen dieselbe Traube. Ein Löwe sieht sein Spiegelbild im Brunnen, hält es für den Feind und springt.
Die Geschichten sind neu ins Deutsche gebracht, nach dem persischen Text und der wörtlichen englischen Fassung von Reynold A. Nicholson. Gekürzt, wo Rumi weiter ausholt. Hinzugefügt ist nichts.
Ein großer Teil der Sätze, die heute unter Rumis Namen umlaufen, steht in keinem seiner Werke. In diesem Buch steht kein Satz, der sich nicht an einer Versnummer festmachen ließe. Der Anhang weist jede Stelle nach.
Kein Ratgeber. Keine Sprüche. Geschichten, die dem Leser selbst überlassen, was sie bedeuten.
Salih Daglar wurde 1984 in Istanbul geboren. Seine Großeltern stammen aus Bayburt in Nordostanatolien; er wuchs mit dem Gebet, der Überlieferung und den Geschichten Mevlânâs auf.
Für diesen Band hat er siebzehn Erzählungen und sechsundzwanzig Verse aus Rumis Mesnevi ausgewählt und neu ins Deutsche übertragen, nach dem persischen Text und der wörtlichen englischen Fassung Reynold A. Nicholsons.
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