Wie fühlte sich das Leben in einem totalitären System an, kurz bevor es verschwand?
84 Gedichte dokumentieren eine Kindheit in der DDR der 1980er Jahre. Es ist eine anatomische Abrechnung mit dem Alltag zwischen Pioniergelöbnis und Stasi-Terror, Mangelwirtschaft und Sowjet-Herrschaft.
Die Texte fixieren die massive Fremdheit einer untergegangenen Welt. Rot / Grau verschränkt Kinderperspektive und analytische Distanz zu einer vielschichtigen Bestandsaufnahme - im Schatten einer Eiche, die alles überlebt.
Arne-Wigand Baganz (*1978) schreibt Lyrik, Prosa und Essays jenseits gefälliger Konventionen. Seine Texte verbinden kompromisslose Sprache mit einem scharfen Blick auf historische und gegenwärtige Bruchlinien. Ob osteuropäische Realitäten, die Nachwirkungen deutscher Geschichte oder die Widersprüche unserer Zeit - Baganz bleibt direkt, unbequem und eigenständig. Seine Bücher, darunter seelengruende (2004), fahnenrost (2006) und Ukrajina, Ukrajinka (2022), laden nicht zum bequemen Verweilen ein, sondern zur ehrlichen Konfrontation.
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