Eine Zeitdiagnose der digitalen Entfremdung von der Welt und uns selbst: wie Smartphone und Künstliche Intelligenz unsere Aufmerksamkeit, Beziehungen und Autonomie verändern. Eva ist neun Monate alt. Wenn sie im Kinderwagen liegt, sucht sie das Gesicht ihrer Mutter, ihren Blick. Doch immer öfter wird der Kontakt unterbrochen. Alle 12 Minuten schauen wir auf unser Smartphone. Was geben wir auf, wenn menschliche Verbindung nicht mehr selbstverständlich ist?
Rund 67 Stunden pro Woche verbringen wir in der digitalen Welt - länger als wir arbeiten, mehr als wir schlafen. Wir blicken öfter in Kameras als in Augen. Zwischen Mensch und Mensch, zwischen uns und der Welt steht immer häufiger eine Maschine. Bei jeder Transformation muss man wissen, was man nicht verändern will. Bei der Digitalisierung unserer Gesellschaft haben wir diese Frage kaum gestellt. Reality Lost fragt: Was wollen wir bewahren?
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bedrohen unsere Aufmerksamkeit, tiefe Beziehungen, Autonomie im Denken und Handeln. Lassen wir uns von Fortschrittsglauben, Geschäftsinteressen, Macht und Bequemlichkeit aus unserer Realität vertreiben? Reality Lost verfolgt den Verlust bis in unsere intimsten Bereiche - Kindheit, Arbeit, Beziehungen, Alter und Tod - und zeigt Wege, wie wir unsere Wirklichkeit zurückerobern können. Nicht durch Technikfeindlichkeit, sondern durch bewusste Entscheidungen für eine humanistische digitale Zukunft.
Ingo Rütten ist Strategieberater, Unternehmer und Autor. Als Jahrgang 1974 gehört er zur Generation X - jener Generation, die den Übergang von analog zu digital bewusst miterlebt und mitgestaltet hat.
Seit mehr als 25 Jahren berät er Unternehmen und Organisationen bei der Transformation an der Schnittstelle von wirtschaftlichem Erfolg, technologischer Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Strategieberatung Zielwerk in Frankfurt. Ehrenamtlich leitet er als Vorsitzender das DIN-Gremium Corporate Digital Responsibility und ist gewähltes Mitglied der Vollversammlung der IHK Frankfurt. Im Studium der Digitalen Ethik an der Leuphana Universität Lüneburg vertiefte er seine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung.
"Ich glaube an die Kraft des Fortschritts. Doch je länger ich digitale Transformation begleite, desto klarer wird mir: Nicht die Technologie entscheidet über unsere Zukunft, sondern ob wir bereit sind, Verantwortung für ihre Wirkungen zu übernehmen." Sein Buch "Reality Lost. Die digitale Entfremdung von der Welt und uns selbst" ist seine Zeitdiagnose der digitalen Gegenwart und aus der Frage entstanden, wie wir die Gestaltungsmacht über unsere digitale Gegenwart zurückgewinnen können.
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