Warum müssen Politiker heute eigentlich noch lesen und schreiben?
Diese provokante Frage führt mitten in eine der grundlegenden Veränderungen unserer Zeit. Nicht weil Bildung unwichtig geworden wäre - sondern weil sich die Demokratie selbst verändert hat.
Peter Niebisch entwickelt in diesem Essay eine ebenso überraschende wie überzeugende These: Nicht die Politiker sind entscheidend anders geworden, sondern die Medien, die Öffentlichkeit und die Regeln politischer Kommunikation. Wo früher Bücher, Zeitungen und ausführliche Debatten das politische Denken prägten, bestimmen heute Bilder, soziale Medien, Algorithmen und permanente Aufmerksamkeit den öffentlichen Diskurs. Rationalität verschwindet nicht - sie verliert ihren kulturellen Vorrang.
Auf einer faszinierenden Reise durch Philosophie, Politikwissenschaft, Medienforschung und Psychologie begegnen wir Denkern wie Karl Popper, Hannah Arendt, Marshall McLuhan, Neil Postman und Hartmut Rosa. Ihre Ideen verbinden sich zu einer neuen Diagnose unserer Gegenwart: der Postrationalität.
Dieses Buch ist weder Kulturpessimismus noch Demokratiekritik. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für kritisches Denken, die Kunst des Lesens und die Fähigkeit zum Zweifel. Verständlich, fundiert und mit feinem Humor zeigt Peter Niebisch, warum die Zukunft der offenen Gesellschaft davon abhängen könnte, ob Argumente wieder wichtiger werden als Aufmerksamkeit, Emotionen - und warum Lesen heute vielleicht politischer ist denn je.
Studium der Erziehungswissenschaften, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und Soziologie an den Universitäten Düsseldorf, Tübingen, Salzburg und Fernuniversität Hagen. Nebenberufliche Promotion zum Dr. phil an der Universität Salzburg in Pädagogischer Psychologie sowie empirischer Bildungsforschung.
Heute Unternehmensberater für Change-Management. In seiner beruflichen Laufbahn hat er in weit über hundert Unternehmen Projekte geleitet und zum Erfolg geführt. Davor hat er als Managementtrainer und Head of Research für ein renommiertes Institut gearbeitet.
Seit über 10 Jahren arbeitet er auch an der Analyse politischer Reden und Kommunikation - einige seiner diesbezüglichen Arbeiten hat er auf seiner Webpage www.wortstrom.net zusammengefasst.
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