Ein früher zivilisationskritischer Roman, mehrfach verfilmt Leutnant Glahn, aus dem Militär verabschiedet, erzählt in Ich-Form in 38 kurzen Kapiteln von einem wenige Jahre zurückliegenden Sommer, den er in einer Jagdhütte im Nordland verbracht hat. Die Erinnerungen sind geprägt durch eine aus heutiger Sicht sehr schwärmerische Beziehung zur Natur sowie durch eine auf Grund seines zerrissenen Charakters wechselhafte bis unglückliche Beziehung zu seinen Mitmenschen, vor allem dargestellt durch seine Liebesbeziehungen zu drei jungen Frauen. Der Roman wird durch einen fünf Kapitel umfassenden Epilog abgeschlossen, in dem Glahn in Indien stirbt. »Knut Hamsuns Roman Pan enthält viel Wunderliches, aber ein heller Schimmer von Poesie strahlt aus dem Buche. Eine so innige Freude an der Natur, ein so unmittelbarer Zusammenhang mit ihr, ein so meisterhaftes Eindringen in alle ihre Reize und Geheimnisse ist wenigen gegeben. Hamsun ist ein Landschaftsmaler ersten Ranges mit der Feder.« [Neue Freie Presse, Wien, 1922]
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1929, erschienen im Albert Langen Verlag, München. Die originale alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Knut Hamsun (1859-1952) war einer der bedeutendsten norwegischen Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts und Hauptvertreter der modernen Literatur vom Übergang der Spätromantik und dem Naturalismus zur Klassischen Moderne. Der Sohn eines Dorfschneiders wuchs bei seinem Onkel auf und erfuhr dort eine bibelnahe, religiöse Bildung. Lebenspraktische Kenntnisse erwarb sich der Autodidakt bei unterschiedlichsten beruflichen Tätigkeiten, auf weiten Wanderungen durch Norwegen und später während längeren Aufenthalten in den Vereinigten Staaten von Amerika. 1890 erschien sein Roman »Hunger«, der ihn als Vertreter der Moderne in Norwegen bekannt machen sollte. 1892 wurde mit »Mysterien« der zweite große Roman des Autors veröffentlicht. Es folgten populäre Romane wie »Pan« und »Victoria«. 1920 erhielt er den Literaturnobelpreis für sein Werk »Segen der Erde«. Hamsuns Ruhm als Schriftsteller wird überschattet von seinem aktiven Eintreten für den Nationalsozialismus. Hamsun war ein großer Bewunderer Deutschlands und ein entschiedener Gegner des britischen Imperialismus und des Kommunismus. Entscheidend für Hamsuns antibritische Einstellung war das britische Vorgehen im Burenkrieg. Schon im Ersten Weltkrieg war er für die deutsche Position öffentlich eingetreten. Deutschland symbolisierte für Hamsun das »junge Europa«. Er blieb ein Freund Deutschlands bis zu seinem Tode. Zu seinen Verehrern gehörten Thomas Mann, Hermann Hesse, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Stefan Zweig, Martin Buber, Arnold Schönberg und Alfred Einstein. Sie alle schrieben Beiträge zu der Festschrift, die zu Hamsuns 70. Geburtstag in Deutschland erschien.
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