Was geschieht, wenn jemand die streng gehüteten Geheimnisse der Zen-Meister öffentlich macht?
Im Japan des Jahres 1922 wagt Meigan Anju genau das. Er veröffentlicht eine umfangreiche Sammlung von Kôan-Fragen und den dazugehörigen Antworten, wie sie in den abgeschlossenen Räumen der Zen-Klöster zur Prüfung der Schüler verwendet wurden.
Sein Anliegen ist durchaus polemisch: Er wirft den Zen-Meistern seiner Zeit vor, aus der Suche nach Erleuchtung ein undurchsichtiges System von Prüfungen, eingeübten Antworten und vorgetäuschter Erkenntnis gemacht zu haben. Die vermeintlichen Geheimnisse sollen ans Licht kommen.
Von dem berühmten "Mu" des Meisters Jôshû über Hakuins "Eine Hand" bis zu den Fünf Rängen und den letzten Schranken des Zen eröffnet dieses Buch einen seltenen Einblick in die traditionelle Kôan-Schulung. Die Antworten sind oft verblüffend, manchmal derb, gelegentlich komisch - und nicht selten ganz anders, als man es von einem Zen-Meister erwarten würde.
Ein ebenso ungewöhnliches wie aufschlussreiches Dokument der japanischen Zen-Geschichte: kritisch, respektlos und voller jener Rätsel, die das Zen seit Jahrhunderten begleiten.
Erstmals in deutscher Übersetzung nach dem japanischen Originaldruck von 1922.
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