Das Marmorbild: Ein junger Mann namens Florio ist im Zwiespalt seiner Gefühle: Auf der einen Seite stehen Fortunato, ein bekannter und fröhlicher Sänger, und die reine und unschuldige Bianka, die ihn liebt. Auf der anderen Seite stehen das zum Leben erwachte Marmorbild der Venus und der Ritter Donati. Schloß Dürande: bei Marseille um 1789. Der junge Jäger Renald, im Dienst der Grafen Dürande stehend, entdeckt, daß seine Schwester Gabriele sich mit dem jungen Hippolyt Dürande trifft, allerdings ohne um seine Identität zu wissen. Er spürt beide auf und versucht den Grafen zu erschießen. Aus dem Leben eines Taugenichts: Ein Müller schickt seinen Sohn, den er einen Taugenichts schimpft, weil dieser ihn die ganze Arbeit allein machen läßt, hinaus in die weite Welt. Fröhlich nimmt der Sohn seine Geige und verläßt sein Dorf, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben. Schon bald hält neben ihm eine Kutsche, in der zwei Damen sitzen, die Gefallen an seiner Musik finden. Sie nehmen ihn mit auf ihr Schloß, nahe Wien, wo er sofort als Gärtnerbursche eingestellt wird. Bald verliebt er sich in die jüngere der beiden Damen. Als er jedoch eines Tages seine »allerschönste Frau« mit einem Offizier auf einem Balkon sieht und sie für ihn nun unerreichbar scheint, packt er seine Sachen und verläßt das Schloß und wandert nun gen Italien. Eichendorff lockert die epische Form der Novelle durch lyrische Elemente auf, indem er einige seiner Gedichte als Lieder in den Text einbaut. Außerdem trägt die Novelle teilweise Züge eines Märchens, was sowohl durch die einfache und naive Sprache des Taugenichts als auch durch die glücklichen Fügungen, die das Schicksal des Taugenichts bestimmen, und die romantischen Landschaften mit ihren Schlössern, Gärten und Wäldern zum Ausdruck kommt. Das Werk gilt als Höhepunkt der deutschen Spätromantik. Die Entführung: Frankreich zur Zeit König Ludwigs XV. Der König tritt auf seinem Hofball unmaskiert in bürgerlicher Kleidung auf. Ein junger Mann rastet von der Jagd ermüdet auf dem einsamen alten Schloß der Marquise Astrenant. Er gibt sich als Wildschütz aus und kenne die Reviergrenzen nicht. Als sich Bewaffnete im Schloßwald zeigen, müssen die Marquise und ihre Tochter Leontine fürchten, der ungebetene Gast sei das Haupt jener Räuberbande.
Inhalt Das Marmorbild Das Schloß Dürande Die Zauberei im Herbste Aus dem Leben eines Taugenichts Viel Lärmen um Nichts Auch ich war in Arkadien Eine Meerfahrt Die Glücksritter Die Entführung Libertas
Joseph von Eichendorff (1788-1857) war ein bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Breslau studierte Eichendorff con 1805 bis 1806 in Halle Jura. 1807 Fortsetzung des Studiums in Heidelberg. 1808 unternahm er mit Bildungsreise über Straßburg nach Paris. Danach Reise nach Wien. 1809 fuhr Eichendorff mit seinem Bruder nach Berlin, wo er Fichte hörte und mit den Schriftstellern Arnim, Brentano und Kleist zusammentraf. 1812 schloßer sein Studium in Wien ab. Von 1813 bis 1815 nahm Eichendorff an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. Nachdem sich Eichendorff 1816 als Referendar in Breslau in den preußischen Staatsdienst begeben hatte, wurde er 1821 zum katholischen Kirchen- und Schulrat zu Danzig, 1824 zum Oberpräsidialrat zu Königsberg ernannt. 1841 wurde Eichendorff zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Nach einer schweren Lungenentzündung 1843 ging er 1844 in den Ruhestand. Eichendorff wird zu den bedeutendsten und noch heute bewunderten deutschen Schriftstellern gezählt. Zahlreiche seiner Gedichte wurden vertont und vielfach gesungen. Seine Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts gilt als Höhepunkt und zugleich Ausklang der Romantik.
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