Zum 125. Todestag: Nietzsches Philosophie in seinen eigenen Worten
Friedrich Nietzsche ist sicherlich der meist zitierte und misinterpretierte Philosoph der Moderne. 125 Jahre nach seinem Tod erscheinen nun seine "Greatest Hits": Berühmte, berüchtigte und belegte Zitate aus dem umfangreichen Schaffen, die ein sinnhaftes Ganzes ergeben. Ideal zur Schnelllektüre und zum Verstehen von Nietzsches Philosophie.
Ein Dutzend Werke und tausende von oft unzusammenhängenden Aphorismen ergeben keinen schlüssigen Nietzsche. Dieses Buch verkürzt sein Denken auf die Essenz.
Nietzsches Denken hat sich mehrfach gewandelt - wenn auch nicht grundlegend verändert. Dennoch ist seine Abkehr von Wagner und Schopenhauer oder auch die totale Verfremdung seiner Texte (etwa zu einer politisch motivierten Philosophie des "Willens zur Macht") wichtige Wegmarken, die hier beachtet wurden.
"Gott ist tot": Das war nicht so gewollt, das hat sich so ergeben.
Zitiert wird im Original und chronologisch aus dem Originaltext. Neben den berühmten Aussprüchen gewährt die Auswahl Einblick in Nietzsches Denken und seiner Entwicklung, die Missverständnisse auflöst und ein großes Ganzes offenbart: "Gott ist tot", weil Strömungen wie Aufklärung und deutscher Idealismus die menschliche Vernunft als erste Seinsinstanz erkoren haben. Auch die kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen oder die Versuchungen des aufkommenden Industriezeitalters führen für den Kulturkritiker Nietzsche in die Versuchung, erneut alten und alternativreligiösen Glaubensmustern zu verfallen.
Stattdessen entwirft Nietzsche die Konzeption des Menschen als Wesen im Werden, das sich aufgrund seiner Entwicklungsfähigkeit die Möglichkeit, wenn nicht sogar den Auftrag hat, sich selbst durch stete Übung als "Übermensch" in der ihm gesetzten Lebenszeit zur individuellen Erfüllung zu kommen.
Die wohl erste Zusammenstellung von Nietzsche-Zitaten, die neben seinen plakativen Aussagen ein kohärentes Ganzes seiner Philosophie ergeben.
Friedrich Nietzsche wurde 1844 in Röcken in eine Pfarrersfamilie geboren. Der Vater starb bereits 1849. Daraufhin zog die Familie nach Naumburg. Nietzsche besuchte 1858 das Internat Schulpforta, wo er seinen protestantisch geprägten Horizont entscheidend erweiterte. Mit 14 Jahren schrieb er bereits seine erste Autobiografie. Nietzsche studierte ab 1864 in Bonn und Leipzig klassische Philologie. 1869 wurde der 25jährige Nietzsche als Professor für klassische Philologie an die Universität in Basel berufen. Seitdem war Nietzsche staatenlos. Im Deutsch-Französischen Krieg war er für kurze Zeit als Sanitäter eingesetzt. 1872 erschien sein erster Text "Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik2, der von seinen Kollegen weitgehend stillschweigend übergangen wurde.1876 überwarf er sich mit seinem Unterstützer Wagner nach seiner Ablehnung der für ihn zu banalen Inszenierungen in Bayreuth, und auch wegen dessen Antisemitismus. Aufgrund gesundheitlicher Probleme bat Nietzsche 1879 um seine Entlassung von der Universität Basel, die ihm gewährt wurde. Danach erhielt er eine kleine Pension und widmete sich vollständig seinem philosophischen Werk, reiste viel und lebte bis 1889 als freier Autor an verschiedenen Orten.
Am 3. Januar 1889 erlitt Nietzsche einen geistigen Zusammenbruch und war ab dann nicht mehr Herr seiner Lage oder auch seiner Werke. Nietzsches Schwester Elisabeth kehrte nach dem Suizid ihres Mannes, eines erklärten Antisemiten, 1893 aus Paraguay zurück, ließ bereits gedruckte Neuauflagen einstampfen, gründete das Nietzsche-Archiv und übernahm von der betagten Mutter Zug um Zug die Kontrolle sowohl über den pflegebedürftigen Bruder als auch über dessen Nachlass und die Herausgabe seiner Werke. Darin nahm sie gravierende Umdeutungen vor, die besonders in antisemitischen Kreisen großen Anklang fanden (später schenkte sie Adolf Hitler Nietzsches Spazierstock).
Patrick Krause (Hrsg.)
Dr. Patrick Krause, Herausgeber und Autor "Schreibt, wie Charlie Parker spielt." Dr. Wolfgang Stock, Econ Verlag.
Dr. Patrick Krause (*1965) ist Journalist, Autor und Verleger.
Während des Philosophiestudiums arbeitete er als Werbetexter. Nach seiner Promotion 1998 gründete er einen eigenen Verlag für Kundenzeitschriften, war als Journalist, Ghostwriter und Creative Director tätig, schrieb Reiseführer sowie Kinderbücher.
Ab 2010 war Krause Kulturredakteur, ab 2015 Chefredakteur des Lifestyle-Reisemagazins QVEST. Simultan absolvierte er mehrere Therapie- und Coaching-Ausbildungen.
Offenheit und verschiedenste Interessen führten Patrick Krause um die ganze Welt und zu bekannten Interviewpartnern. Oft wird aus purer Neugier Passion, eine Idee und ein Text. Krause spielt Schlagzeug in Workshops mit professionellen Musikern und erhofft sich im Alter zahlreiche Gigs.
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