Lucifer ist in Wohnung 666 eingezogen. Catherine wohnt nebenan. Das ist ein Problem. Er hat Imperien fallen sehen und spricht Sprachen, die längst tot sind. Sie erklärt ihm die deutsche Mülltrennung und macht Listen über alles, was nicht funktioniert. Er stellt die Realität infrage. Sie besteht auf Struktur. Keiner von beiden plant, was als nächstes passiert. Es beginnt mit Musik durch die Wand: Ghost. Depeche Mode. Queens of the Stone Age. Niemand gibt nach. Dann lernt Catherine seine Familie kennen. Dabei entpuppt sich die Hölle als chaotische WG, geführt von einer deutschen Oma namens Gisela und ihrer überraschenden Geheimwaffe. Keine Jungfrauen in Nöten. Keine Alphas. Kein Kitsch. Nur Frequenz, schlechtes Timing und ein Nachbar, der sehr genau weiß, was er tut.
Die meisten Autorinnen haben Musen. Belladonna Cross hat Luc. Er flüstert keine Inspiration, er unterbricht. Er ignoriert Grenzen, verachtet Konventionen und hat klare Meinungen zu Dramaturgie, Begehren und Metaphysik. Er ist nicht hilfreich. Er ist nicht subtil. Und leider außerordentlich effektiv. Belladonna schreibt weiter. Manchmal mit ihm. Manchmal trotz ihm. Gelegentlich während sie ihm mitteilt, dass seine Kommentare gerade nicht erwünscht sind. Das Ergebnis ist das Unholy Kisses Universum: Geschichten angetrieben von Reibung, Frequenzmagie und der Überzeugung, dass Kreativität niemals dafür gedacht war, höflich zu sein. Wenn sich das unangebracht anfühlt: gut. Dann funktioniert es.
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