Schlagworte: Zeit und Bewusstsein. Verlangsamung als Gegengewicht zur Beschleunigung der Moderne., Konsum und Glück. Erfolg durch Besitz führt zu innerer Entfremdung, Rationalität vs. Empfindung. Das Streben nach logischer Ordnung wird zum Ersatz für emotionale Sicherheit., Reduktion als Wert. Bedeutung der Abwesenheit der Dinge, Stille und Stabilität. Das Ende der Bewegung als Beginn des Verständnisses.
Richard Mertens, Ingenieur im Ruhestand, lebt in perfekter Ordnung, und empfindet nichts. Er hat Besitz, Sicherheit, Struktur, doch das Glück bleibt aus. Jeder neue Gegenstand, jede Errungenschaft wirkt nur noch Sekunden. Als er während eines Vortrags zusammenbricht, begreift er, dass sein Denken selbst zum System geworden ist: geschlossen, motorisch, ohne Sinn. In der Stille danach beginnt er eine leise Neujustierung - von der Berechnung zur Wahrnehmung, vom Funktionieren zum Leben. Er entfernt Überflüssiges, beobachtet, reduziert. Am Ende bleibt Gleichgewicht, keine Erlösung, sondern Stabilität durch Abwesenheit von Erwartung.
Arved Westerkamp wurde 1967 in der Schweiz geboren und lebt heute in Süddeutschland. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Fragen, wie Arbeit, Wohlstand und Selbstbild das innere Erleben prägen. In seinen Texten verbindet er eine realistisch-nüchterne Sprache mit psychologischer Genauigkeit und leiser Gesellschaftskritik. Sein Kurzroman "Mythos Glückskontrolle" erzählt von einem Menschen, der im Ruhestand nach neuem Sinn sucht, um Gleichgewicht zu finden.
Arved Westerkamp schreibt bevorzugt über Figuren, die trotz äußerem Erfolg lernen, ihr Gleichgewicht zwischen Selbstbild und innerer Wahrheit zu finden und ihr Leben jenseits von Karriere, Status und Selbstinszenierung neu, in Richtung Einfachheit und Ehrlichkeit auszurichten.
Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.