Schlagworte: Behandlungsmethoden vor 1800, Kritische Betrachtung von arzneilichen Behandlungsstrategien, Monita über die drei gangbaren Kurarten von 1801, Hufelands Neues Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst, Hahnemann im Zeitalter der Aufklärung vor 1800
In dieser "Erinnernden Anmahnung" skizziert Dr. Samuel Hahnemann drei mögliche Heilverfahren. Hier zeigt uns der damals 46 Jahre alte, erfahrene Arzt und Pharmakologe einen humorvollen und polemischen Abriss der damaligen Zustände des ärztlichen Standes. Wer sich bei der nun 225 Jahre alten Schilderung an heutige Verhältnisse erinnert fühlt, liegt richtig. Von über 20 kritisierten Strategien sind viele noch aktuell oder wurden wiederentdeckt. Die mittlerweile etwa 100 Jahre alte industrielle Dominanz über die Medizin hat zwar die Instrumente deutlich geändert, die Forschung hat zu grundlegendem Paradigmenwandel in beinahe allen medizinischen Bereichen geführt, die Marketingstrategien wurden aggressiv professionalisiert, Umsätze wurden enorm gesteigert und auch der enorme technologische Fortschritt hat den Patienten viele teure, aber segensreiche Behandlungen eröffnet. Doch wo ist der wirkliche Fortschritt, wenn Arzt und Patient in ihrer menschlichen Unvollständigkeit und ihren charakterlichen Mängeln noch immer unverändert menschlich geblieben sind ?
Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755 - 1843) war innovativer Schulmediziner mit pharmakologischem Schwerpunkt. In jahrzehntelanger Praxisarbeit gelang ihm die Entwicklung der "Homöopathik", einem eigenständigen, systematischen Lehrgebäude, das noch heute als das fortschrittlichste Heilsystem gelten darf.
Johannes Sussbauer (Hrsg.)
Johannes Sussbauer ist freiberuflicher Medizinaldramaturg und beschäftigt sich mit der Erschließung und Neubearbeitung historischer Schriften.
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