Der Maler fügt seinem Bild Stück für Stück Details hinzu. Ein erstklassiger Fotograf lässt überflüssige Teile der Wirklichkeit weg.
Minimale Fotografie zwingt uns, die Welt anders und ihr Erscheinungsbild in generellen Elementen zu sehen. Das sind wichtige kompositorische Bausteine. Sie zu entdecken und gezielt einzusetzen, ermöglicht eine interessante Bildgestaltung.
Ganz entsprechend Siegfried Kürschners Auffassung zum fotografischen Sehen, die er in seinen Kursen vermittelt.
Sie sind eingeladen, auf eine Entdeckungsreise durch den städtischen Raum. Lassen sie ihr grafisch-sehendes Auge klare Strukturen finden und verinnerlichen. Spielen sie mit den Anordnungen von Bildelementen durch Veränderung der Kameraposition. Experimentieren sie mit Bildausschnitten. Bewerten sie gefühlsmäßig die Wirkungen und machen sie sich diese zu eigen. Dazu möchte sie Siegfried Kürschner mit diesem Buch einladen.
Begonnen hat es bei Siegfried Kürschner wie bei vielen von uns mit einer einfachen analogen Fotokamera. Siegfried Kürschner faszinierte der technologische Prozess und die Möglichkeiten, Dinge und Momente fotografisch festzuhalten. Früh zeichnete sich dabei sein Interesse für grafische Formen ab. Weitere Einflüsse auf die künstlerische Entwicklung von Siegfried Kürschner sind hinzugekommen. Das Studium mit dem Abschluss als Diplom Kulturarbeiter wurde Anstoß zur Beschäftigung mit Kultur im Allgemeinen und der Kunst im Besonderen. Außerdem legte es die Grundlage für seine spätere Tätigkeit als Seminarleiter Fotografie. Er entwickelte und programmierte Computerspiele, Videoprojektionen und Light-Painting-Aktionen und setzte diese in Veranstaltungen um. Interviews und gestaltete Beträge für den Rundfunk kamen hinzu. Aber vor allen die Arbeit als Regieassistent beim Hörspiel u.a. "Sonntags fahren wir ans Meer" von Colin Finbow unter der Regie von Ingeborg Medschinski befähigte Siegfried Kürschner genauer hinzuhören. Mit zwei Kurzfilmen nahm er u.a. als Kameraman und Autor an Wettbewerben teil, wobei der Film "Glücksbringer" einen Preis erhielt. Nach einer längeren Pause fotografierte Siegfried Kürschner 2005 wieder mit einer Digitalkamera. Das wurde für ihn zu einem wichtigen Erlebnis. Die schnellen Resultate des Fotografierens und der damit verbundene unmittelbarer Lerneffekt beeinflussten seinen folgenden Werdegang. Neben dem Fotografieren besteht bei Siegfried Kürschner immer den Wunsch sich über Fotografie auszutauschen und Wissen weiter zu geben. Heute ist er eher ein Fotografen-Coach als ein Lehrer. Hauptanliegen bei seinen Workshops ist die Ausprägung von Kreativität und Wahrnehmung und die persönliche künstlerische Entfaltung der Teilnehmer. Er möchte sie zu einen charakteristischen fotografischen Stil führen. Siegfried Kürschner veröffentlicht Fotos in Printmedien, Vorträgen, Büchern, Ausstellungen in Deutschland und Belgien und in eigenen Publikationen. Bei der 81. DVF-Fotomeisterschaft belegte er mit zwei Fotografien den 8. Platz.
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