Der Wald gilt vielen als Gegenwelt zu Krieg und Gewalt. Doch über Jahrhunderte war er auch ein militärischer Raum: Er lieferte Holz für Festungen, Schiffe, Bergwerke, Eisenbahnen und Armeen, bot Schutz und Deckung und diente als Übungs- und Aufmarschgebiet. Die Geschichte des Militärforstwesens beleuchtet die enge Verbindung von Wald, Staat und Militär - von den Umbrüchen des 19. Jahrhunderts über das Deutsche Kaiserreich, die beiden Weltkriege und den Nationalsozialismus bis in die Nachkriegszeit. Sie zeigt, wie politische, wirtschaftliche und militärische Interessen die Entwicklung der modernen Forstwirtschaft prägten und Landschaften nachhaltig veränderten.
Im Mittelpunkt stehen nicht nur Institutionen und Verwaltungsstrukturen, sondern auch die Menschen, die den Wald prägten: Förster, Soldaten, Wissenschaftler, Waldbesitzer und Politiker.
Anhand von Quellen und Fallstudien eröffnet dieses Buch neue Perspektiven auf die deutsche Forst- und Militärgeschichte. Das Buch verbindet Militär-, Forst-, Umwelt- und Kulturgeschichte und macht sichtbar, wie im Wald ein bislang wenig beachtetes Handlungsfeld entstand: das Militärforstwesen.
Marcus Hennek studierte Forstwissenschaften und promovierte anschließend in diesem Fachgebiet. Er ist beim Bundesforst tätig und beschäftigt sich beruflich mit den vielfältigen Herausforderungen des Waldökosystems sowie des modernen forstlichen Geländemanagements.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit begleitet ihn seit seiner Jugend ein ausgeprägtes Interesse an Geschichte, insbesondere an der deutschen Nationalstaatsbildung und der deutschen Zeitgeschichte. In zahlreichen Gesprächen mit Freunden, Bekannten und anderen Interessierten stellte er immer wieder fest, dass die Aufgaben und Tätigkeiten von Förstern in der Öffentlichkeit häufig nur wenig bekannt sind. Noch weniger bekannt ist die lange historische Verbindung zwischen Forstwesen und Militär, deren Wurzeln weit zurückreichen und deren Einflüsse teilweise bis in die Gegenwart fortwirken - insbesondere im Bundesforst.
Aus der Verbindung seiner fachlichen Expertise mit seinem historischen Interesse entstand die Idee dieses Buches.
Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.