Das Gespräch ist längst vorbei, als der Zusammenbruch kommt. Wer an ME/CFS erkrankt, lebt mit Grenzen, die sich oft erst im Nachhinein zeigen, und mit dem Verdacht, sich die Krankheit nur einzubilden.
Dieses Buch ist kein Ratgeber. In siebzehn Geschichten gibt es Betroffenen und ihren Angehörigen eine Stimme: im Alltag, in der Ordination, vor dem Gutachter und im Warten auf Hilfe. Dr. Christian M. Neuhauser ist Nervenarzt und betreut Menschen mit postinfektiösen Erschöpfungserkrankungen.
Gerade aus seinem Fach heraus widerspricht er der Deutung von ME/CFS als somatoforme Störung. Die WHO zählt ME/CFS seit Jahrzehnten zu den Erkrankungen des Nervensystems. Zahlreiche Forschungsbefunde weisen auf Veränderungen im Immunsystem, im autonomen Nervensystem und im Energiestoffwechsel hin. Wie sie zusammenwirken, ist noch nicht verstanden.
Neuhauser trennt gesichertes Wissen von offenen Fragen und fordert, was Erkrankten zusteht: Anerkennung und Versorgung.
Dr. Christian M. Neuhauser ist Nervenarzt mit Schwerpunkt Neuropsychosomatik. Im Zentrum seiner Arbeit steht eine Neurologie, die evidenzbasierte Medizin mit einer humanistischen Haltung verbindet. Weiterbildungen in Genetik, Schmerzmedizin, psychosozialer und psychosomatischer Medizin sowie Palliativmedizin haben seinen Zugang zu neurologischen Erkrankungen erweitert. Medizinische, psychologische und soziale Gesichtspunkte haben darin gleiches Gewicht.
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