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Malte will nicht kämpfen
ePUB
780,8 KB
DRM: Wasserzeichen
ISBN-13: 9783696307387
Verlag: BoD - Books on Demand
Erscheinungsdatum: 05.05.2026
Sprache: Deutsch
Barrierefreiheit: Zugänglich
erhältlich als:
9,99 €
inkl. MwSt.
sofort verfügbar als Download
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Mehr InfosEs gibt Romane, die vom Krieg erzählen. Und es gibt Romane, die vom Nicht-Kämpfen handeln. Stefan Tapperts Entwurf zu Malte will nicht kämpfen gehört entschieden zur zweiten Kategorie und gerade darin liegt seine literarische Sprengkraft. Im Mittelpunkt steht Malte, 22 Jahre alt, Bewohner einer müden westdeutschen Stadt und Meister der passiven Verweigerung. Als die Wehrpflicht zurückkehrt, gerät er in eine Welt aus Befehlen, Uniformen und Erwartungen, die ihm genauso wenig passt, wie ein schlecht sitzender Anzug. Doch Malte rebelliert nicht laut. Er schreit nicht, er organisiert keinen Widerstand. Sein Protest ist leise : Er will schlicht nicht kämpfen. Nicht gegen Menschen, nicht gegen das Unerwartete. Literarisch erinnert der Ton stellenweise an eine Mischung aus Popliteratur und poetischem Tagebuch. Kurze Gedichte, ironische Dialoge und philosophische Notizen wechseln sich ab. Immer wieder taucht Frida auf, eine Freundin oder vielleicht mehr, die barfuß durch Südamerika reist und damit zum Gegenbild von Maltes Stillstand wird. Während sie die Welt erkundet, versucht Malte zu verstehen, warum ihm jeder Schritt vorwärts in ein erwachsenes Leben wie ein Marschbefehl vorkommt. Was den Stoff interessant macht, ist nicht die rein politische Frage nach Sinn oder Unsinn einer Wehrpflicht. Dieses Problem steht zwar im Raum, aber die Betroffenen formulieren für sich eine ganz andere Frage. Nämlich: was ist Freiheit? Der Roman stellt sie radikal: Was bedeutet Freiheit für eine Generation, die theoretisch alles sein kann, aber innerlich oft orientierungslos bleibt? Ist Nichtstun Feigheit oder eine Form des Widerstands? Gerade diese existenzielle Unsicherheit trägt den Text. Der Autor beschreibt eine Gegenwart, in der Lebensentwürfe so flüchtig sind wie Instagram-Stories. Maltes Verweigerung wirkt deshalb weniger wie ein zielgerichteter Protest sondern mehr wie ein Symptom unserer Zeit: das Gefühl einer Generation, dass die Welt Erwartungen formuliert, ohne noch erklären zu können, warum.
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