Am äußersten Rand der Welt, wo das Meer ans Eis stößt, wächst ein Junge auf, der etwas kann, das sonst niemand kann: Er hört Stimmen im Wind.
Leif ist neun Winter alt und lebt auf einem Hof am Ende eines langen Fjords. Sein Vater Erik hat einen Bart so rot wie glühendes Eisen, seine Großmutter Halla kennt jede Geschichte, die je erzählt wurde. An den langen Winterabenden am Feuer erfährt Leif von den Göttern: von Thors Donner, von Lokis Listen, von den drei Frauen am Brunnen, die das Schicksal weben, und von dem grauen Wanderer mit dem einen Auge, der noch immer über die Welt streifen soll.
Doch dann taucht ein Fremder am Strand auf. Zwei schwarze Raben beginnen, dem Jungen zu folgen. Und Leif ahnt, dass die alten Geschichten näher sind, als alle glauben.
Der erste Band einer dreibändigen Saga, die einen Jungen vom Rand der Welt bis nach Vinland führt. Frei nacherzählt nach der Edda und den Vinland-Sagas, mit neunzehn ganzseitigen Illustrationen.
Thorsten Renner, geboren 1979 in Aachen, lebt und arbeitet in Alsdorf.
Zur nordischen Welt kam er über das Handwerk. In seiner Werkstatt graviert er Runen, alte Motive und Knotenmuster in Metall, Stein und Holz. Weil er dafür immer nach Original Quellen gesucht hat, was an den Vorlagen eigentlich echt ist, begann er, die Quellen selbst zu lesen. Die Edda, die Vinland-Sagas, Grabungsberichte aus Haithabu und York. Je tiefer er las, desto größer wurde der Abstand zu dem, was Filme und Serien aus den Wikingern gemacht haben: keine Hörnerhelme, keine Fellumhänge, dafür Wolltuniken, Wendeschuhe aus Leder und ein Alltag, der härter und zugleich reicher war, als jede Serie ihn zeigt.
Leif ist aus dem Wunsch entstanden, diese Welt Kindern so zu erzählen, wie sie war, ohne sie langweilig zu machen. Die Götter bleiben groß und die Geschichten spannend, aber der Junge, der sie hört, lebt in einem Langhaus, das es so wirklich gegeben hat.
Die dreibändige Saga führt Leif von einem Hof am Fjord bis an die Küste Vinlands. Ursprünglich für die eigenen Kinder geschrieben, soll Leif nun hinaus in die Welt segeln.
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