Leben in Kuba, im Würgegriff der US-Hegemonie und das Schweigen der moralischen Lämmer" hat drei Stimmen, und sie wechseln einander ab, weil keine von ihnen allein genügt.
Die erste Stimme ist kühl. Sie nennt Jahreszahlen, Paragraphen, Aktenzeichen und Quellen, und sie sagt nirgends, was der Autor davon hält, das ist Absicht. Wer etwas behauptet, das den Mächtigen unbequem ist, braucht einen Boden, den niemand wegziehen kann.
Die zweite Stimme ist die des Autors selbst, mit seiner Haltung. Sie erklärt, macht dem Laien verständlich, lässt andere Sichtweisen zu, und bezieht doch klar moralisch Stellung.
Die dritte Stimme ist die Erzählung, das Lebendige: die Küche der Großmutter, der Geruch der Mutter, das Hörgerät, das die Insel nicht erreicht. Für jeden Vorteil, den ein Mensch genießt, zahlt irgendwo ein anderer den Preis. Von dieser kleinsten, intimsten Form der Wahrheit führt dieses Buch hinauf bis zu den großen Strömen von Geld und Macht, und wieder zurück nach Camagüey, in die Küche der Großmutter Lucrecia.
Über 60 Jahre wirtschaftliche Belagerung eines Volkes, erzählt durch die Stimmen derer, die sie tragen. Dokumentierte Wahrheit. Gelebte Geschichten. Unbequeme Fragen. Eine Studie über Macht, Leid und moralische Verantwortun
Aciel Martinez Poll, geboren 1990 in Nuevitas, Provinz Camagüey, Kuba, lebt seit 2001 in Deutschland. Als kubanisch-deutscher Schauspieler, Sänger und Theaterpädagoge steht er seit über zehn Jahren auf deutschsprachigen Bühnen und wurde mit dem IKARUS-Preis (2016 und 2017) sowie der Goldenen Gans (2010) ausgezeichnet. Er ist Mitglied im BFFS (Bundesverband Schauspiel).
Neben seiner künstlerischen Arbeit engagiert er sich als Kuba-Rechte-Aktivist und ist Initiator von Helfen statt Blockieren, einem humanitären Projekt, das legale Hilfswege nach Kuba dokumentiert und aufbaut, sowie mehrerer akademischer Studien zum US-Embargo gegen Kuba.
"Leben in Kuba" verbindet seine eigene Familiengeschichte, aufgewachsen zwischen der Küche seiner Großmutter in Camagüey und dem Leben in Deutschland, mit journalistisch recherchierten Fakten zu einem der am längsten bestehenden Embargos der Welt. Für ihn ist das Buch kein Schlusspunkt, sondern der Auftakt zu einer öffentlichen Auseinandersetzung mit einem Thema, das er sowohl auf der Bühne als auch als Autor und Redner weiterträgt.
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