Was geschieht, wenn unsere Wahrnehmung sich der Realität entzieht? Wenn wir zwischen Herz und Verstand den Boden unter den Füßen verlieren. Wenn der Zug des Lebens an jenem Bahnhof, an dem wir seit Jahren warten, niemals hält? Dieses Buch beginnt an einem Grab. Dort, wo etwas endet, startet zugleich die Suche nach dem eigenen Selbst. Chris Heller - Radiomoderator, Trinker, Single und Zyniker - versucht, den Tod seines besten Freundes Lucky zu begreifen. Während andere sich bei Kaffee und Kuchen in belanglosen Alltagsgeschichten verlieren, öffnen sich in ihm andere Räume: Erinnerungen an Gewalt und Missbrauch, die Schatten seiner Süchte, die Gespenster in seinem Kopf - und jene, die draußen in der Welt auf ihn warten. Zwischen einem geheimnisvollen Tagebuch, einem verschwundenen Sohn und den Zwischenwelten seiner Fantasie sucht Chris nach Antworten. Was bleibt, sind schemenhafte Fragmente einer beschädigten Seele, ein ständiger Kampf mit inneren Dämonen und eine Welt, die durch Gleichgültigkeit, Hass und moralischen Verfall ihre eigenen Abgründe offenbart. Doch zugleich erzählt dieser Roman von Freundschaft und Familie. Von Musik und Literatur. Von Wut und Zärtlichkeit. Von der Fähigkeit, selbst in der Dunkelheit noch Liebe zu erfahren. Dieses Buch lädt nicht dazu ein, sich bequem zurückzulehnen. Es lädt ein zu einer Reise durch eine Welt voller Brüche - dorthin, wo persönlicher Schmerz und gesellschaftliche Wirklichkeit untrennbar ineinandergreifen und Gefühle oft der letzte Versuch sind, dem Chaos zu entkommen.
Andreas Karl Koethe (A.K. Koethe) stammt aus der beschaulichen Fachwerkstadt Melsungen im nordhessischen Bergland. Lange hielt es ihn dort jedoch nicht: Bereits kurz nach seinem Fachabitur im Bereich Sozialpädagogik zog es ihn nach Berlin. Dort nahm er Unterricht bei dem amerikanischen Jazzpianisten Walter Norris und arbeitete gleichzeitig im Ground Staff am Flughafen Tegel. Nach einem einjährigen Aufenthalt in den USA, den er als Tramper von Los Angeles bis nach Miami verbrachte, kehrte er nach Kassel zurück. Dort war er als Berufsmusiker in verschiedenen Bands aktiv. Eine anschließende Tournee durch England inspirierte ihn dazu, regelmäßig Tagebuch zu führen. Wieder zurück in Deutschland bewarb er sich als freier Mitarbeiter bei der Kulturredaktion einer regionalen Tageszeitung und verfasste Rezensionen für verschiedene musikalische Fachmagazine. Während eines Gastspiels mit seiner Hip-Hop-Formation Maxximal in Berlin lernte er seine spätere Frau Ewa kennen. Die Beziehung zu der gebürtigen Polin gab schließlich den Anstoß zu seinem ersten Buch Hauptsache Schiebdach - einer Sammlung poetischer Kurztexte und Reime mit deutlichen Einflüssen aus der Poetry-Slam-Szene. In den darauffolgenden Jahren prägten kreative Integrationsprojekte, darunter Musikworkshops für Migranten, künstlerische Performances im Rahmen der Documenta in Kassel, Lesereisen wie die Camper Reading Tour sowie der deutsch-polnische Kulturaustausch seinen weiteren Lebensweg. Mit Gefühlsarthrose erschien im Jahr 2021 sein zweites Buch.
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